Mund-Nasen-Schutz

8 Stunden mit Maske: Was tun, wenn die Haut leidet?

Warm, feucht und stickig: Das Maske-Tragen wird für viele Pflegekräfte zum Stressfaktor, besonders bei der derzeitigen Hitze. 5 Tipps, die Abhilfe schaffen

Inhaltsverzeichnis

Eine Belastung nicht nur für Pflegekräfte hierzulande. So zitiert das Fachmagazin „Journal Journal of the American Academy of Dermatology“ eine chinesische Studie aus der Covid-Provinz Hubei, dass rund 97 Prozent des Ärzte- und Pf!egepersonals unter Hautproblemen im Gesicht leiden wie unter trockener und spannender Haut, Schürfungen und Blasen.

Akne- und Rosazea-Spuren können die Folge sein

Eine Erkenntnis, die auch Dr. Stefanie Baum von der Kasseler Hautarztpraxis im Vorderen Westen bei ihren Patienten gewonnen hat: Das ständige Tragen hinterlasse vor allem bei empfindlicher Haut Akne- und Rosazea-Spuren im Gesicht.

Trockene Haut wird noch trockener, ölige Haut noch unreiner

„Das mechanische Reiben des Mundschutz, zum Beispiel durchs Sprechen oder Bewegungen, kann zu Reizungen führen, die sich durch Juckreiz, Rötungen und Entzündungen bemerkbar machen. Vorhandene Hautprobleme können durch das ständige Tragen einer Maske verstärkt werden. So neigt trockene Haut zu noch mehr Trockenheit und ölige Haut zu einer Verstärkung der Unreinheiten“ so Stefanie Baum.

Entzündungen können sich verschlechtern

Immerhin: Dass das Tragen einer Maske Allergien auslöst, lässt sich bisher wissenschaftlich nicht belegen. Pflegekräfte, die unter Akne leiden, sollten aber auf Hautveränderungen achten. Da man mit dem Schutz für Nase und Mund immerzu vor das Gesicht atmet, bildet sich dort eine sogenannte „Feuchtkammer“. In diesem feuchten und warmen Milieu kann sich eine bestehende Entzündung verschlechtern.

Dermatologen-Verband: Es gibt für uns keine Kontraindikation

Auch der Berufsverband Deutscher Dermatologen e.V. (BVDD) hat zum Mund-Nasen-Schutz Stellung bezogen: „Bei perioraler Dermatitis kann das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zur Auslösung beziehungsweise Verschlechterung der Symptomatik führen, bei Akne vulgaris, eventuell auch bei einer Rosacea, zu einer Verschlechterung, ebenso bei schweren Autoimmundermatosen mit Erosionen. Aus dermatologischer Sicht gibt es keine Kontraindikation für das Tragen einer MNB. Allergien gegen Bestandteile von MNB sind zu beachten, aber es gibt immer Ausweichmöglichkeiten. Zwischendurch viel Luft an die Haut lassen, damit das okklusive Milieu vermindert wird, nasse MNB wechseln, dermatologische Therapie bei manifester Hauterkrankung durchführen. Zu okklusive Materialien sind problematisch, möglichst keine Synthetikfasern, Baumwolle ist gut.“

Mit diesen Tipps können Sie Ihrer Gesichtshaut viel Gutes tun:

Tipp 1: Die Maske regelmäßig zum Lüften abnehmen

Nach spätestens 2 Stunden die Maske abnehmen und frische Luft an die Haut zu lassen.

Tipp 2: Baumwoll-Maske statt Synthetik-Maske

Wo möglich Baumwoll- oder Papier-Masken tragen. Sie absorbieren Feuchtigkeit, die dann auch wieder verdunstet. So kommt es nicht ganz so stark zum Feuchtigkeitsstau.

Tipp 3: Mit sanften Haut-Produkten das Gesicht unter der Maske pflegen

Damit die Haut unter der Maske besser atmen kann, leichte Pflegeformulierungen möglichst sparsam einsetzen. Zum Beispiel ein Serum statt einer Creme benutzen.

Dies gilt für normale Haut. Bei empfindlicher Haut regelmäßig zwischen den einzelnen Patientenbesuchen sparsam nachcremen. Und natürlich: Kein Make-up unter der Maske. Dafür können Sie den Augen einen Extra-Make-up-Kick verpassen. Das gefällt bestimmt auch den Patienten.

Tipp 4: Abends das Gesicht besonders gründlich reinigen

Aber Vorsicht: Keine aggressiven Gesichtsreiniger verwenden. Sondern nur mit sanften Hautreinigern und Feuchtigkeitscremes das Gesicht reinigen und pflegen. Zum Abschluss empfiehlt sich eine rückfettende Nachtcreme.

Tipp 5: Der Trick mit dem Schwarzen Tee

Dr. Stefanie Baum von der Kasseler Hautarztpraxis im Vorderen Westen hat noch einen besonderen Tipp:„Wenn Sie gereizte Haut verwöhnen möchten, brauchen Sie nur einen Teebeutel mit schwarzem Tee. Befeuchten Sie den Teebeutel und legen ihn für 10 Minuten auf die betroffene Hautpartie. Die Haut wird so spürbar beruhigt.“

Autor: Hans-Georg Sausse

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