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Montagscoaching

7 Tipps gegen den Post-Holiday-Blues

Eine Anleitung für den sanften Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nach dem Urlaub speziell für Pflegekräfte, Stationsleitungen und Pflegedirektorinnen

Eine weitere Folge der Serie Montagscoaching von Christiane Fruht   

Jüngste Umfragen in der Tourismusbranche zeigen: 56 Prozent der Arbeitnehmer freuen sich nach ihrem Urlaub wieder auf den Arbeitsalltag. Bei den Frauen sind es sogar 13 Prozentpunkte mehr (Quelle: IFAK-Institut). Trotzdem stellt sich gegen Ende der Ferien bei etwa bei zwei Drittel der Angestellten der sogenannte Post-Holiday-Blues ein.

Post-Holiday-Blues kann zu Müdigkeit und Appetitlosigkeit führen 

Je länger eine Reise dauert, desto intensiver kann der Post-Holiday-Blues nach dem Urlaub ausfallen. Dies liegt oft daran, dass vielen Menschen nach der Rückkehr ihr normaler Lebensstil im Vergleich zu ihren Urlaubserlebnissen langweilig und farblos vorkommt. Der Post-Holiday-Blues kann zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit, starken Nostalgiegefühlen und in einigen Fällen zu Depressionen führen. Normalerweise lässt der Post-Holiday-Blues aber mit der Zeit nach.

Damit es Sie nicht so schlimm erwischt, kalkulieren Sie den Post-Holiday-Blues ein und planen Sie in 7 Schritten den sanften Urlaubsausstieg und Arbeitseinstieg: 

  1. Die Rückkehr: Kommen Sie rechtzeitig zurück. Gönnen Sie sich mindestens einen Tag Puffer, um auch mental wieder zu Hause anzukommen. Selbst der Erholungseffekt langer Reisen verfliegt rasch, wenn Sie sich selbst überfordern und sofort nach Ankunft von Urlaubs- auf Klinikmodus umstellen. Erwarten Sie auch nicht von sich, am ersten Tag reibungslos zu funktionieren. Sie benötigen ein bis zwei Tage, um wieder in den Rhythmus zu kommen.
  2. Die Kollegen: Es wird schon deshalb nicht alles in flotter Routine verlaufen, weil es anfangs einen erhöhten Gesprächsbedarf gibt. In Ihrer Abwesenheit wird sich einiges Berichtenswertes ereignet haben. Sie werden von den Kolleginnen nach dem Urlaub befragt, Erlebnisse und neue Pläne ausgetauscht. Gehen Sie wohlwollend mit sich um. Die Urlaubsstimmung hält noch ein wenig an, wenn Sie ein Mitbringsel aus der Urlaubsdestination für Ihre Kolleginnen dabeihaben. Mit dieser Geste spenden Sie Freude und bei kulinarischen Spezialitäten gemeinsamen Genuss.
  3. Das Organisatorische: Lassen Sie sich von nichts stressen. In wenigen Tagen werden die angehäuften Arbeiten erledigt sein. Erledigen Sie Dringendes zuerst, sonst können Sie sich beim Abarbeiten der Ablage weniger konzentrieren. Schreiben Sie sich für die ersten drei Post-Holiday-Tage eine To-do–Liste, priorisieren und verteilen Sie sinnvoll gebündelte Arbeitspakete. Damit vermeiden Sie den großen Druck, alles auf einmal erledigt und am gleichen Tag geschafft haben zu müssen. Erbitten Sie sich bei den Kolleginnen Freiräume, um Liegengebliebenes zu erledigen.
  4. Die E-Mail-Flut: Sie besteht leider nicht aus Wasser, sondern ist eine lange digitale Schlange im elektronischen Postfach. Bevor Sie diese einzeln sezieren, sortieren Sie bitte vor, am besten nach Betreff. Die digitale Schlange verwandelt sich sofort in überschaubare Päckchen, die nach Priorität abgearbeitet werden. Ein Anruf bei einem der aktivsten E-Mail-Schreiber zum Thema XY erspart viel trockenes Lesen und bringt Sie auf angenehme Weise auf den neuesten Stand.
  5. Der Feierabend: Wenn es sich vermeiden lässt, steigen Sie nicht gleich wieder mit Vollgas in endlose und strapazierende Dienste ein. Mindestens eine halbe Woche sollten Sie an „normalen“ Dienstzeiten festhalten. Hängen Sie in der Freizeit gedanklich noch ein wenig den Urlaubserlebnissen nach. Essen Sie Gerichte aus Ihrer Urlaubsregion, pflegen Sie mit Ihren Lieben die Rituale und berichten Sie Freunden, wie es war. So hält die Stimmung noch ein wenig an. Was Sie gedanklich beim Erzählen wiederholt durchspielen, löst chemische Reaktionen im Gehirn aus, die Ihnen physisch guttun.
  6. Die Planung: Vorfreude ist die größte Freude. Fangen Sie an, sich mit dem nächsten Urlaubsziel zu befassen. Recherchieren und planen Sie. Mehrere Kurztrips haben angeblich größere Effekte als eine lange Reise. Wissenschaftler der Erasmus Universität (Jeroen Nawijn et al) fanden heraus, dass der Erholungseffekt schnell verpufft. Dann fahren Sie doch lieber öfter in den Urlaub.
  7. Die Konsequenzen: Wenn Sie Ihrer Einrichtung einige Tage oder Wochen fern waren, bringen Sie sich doch einen frischen Blick von außen mit. Worauf freuen Sie sich wieder? Notieren Sie sich das als Motivationsquelle. Was stört oder nervt Sie? Notieren Sie sich das ebenfalls getrennt in änderbare und nicht beeinflussbare Umstände. Verwenden Sie auf die letztgenannten keine Energie. Investieren Sie Ihre Zeit, um an den veränderlichen Themen zu arbeiten. 

Über Christiane Fruht 

Die 49-Jährige ist eine begeisterte Netzwerkerin und erfahrene Führungskräftetrainerin für Frauen, Männer und Teams in Kliniken. Alles dreht sich bei ihr um die richtige Kommunikation – das ist ihr Herzensthema!

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