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Onkologie

6 Dinge, die jede Pflegekraft über Immuntherapie wissen sollte

Immer mehr Patienten profitieren von der Immuntherapie. Diese neue Krebstherapie ist gut verträglich und inzwischen bei vielen Krebsarten anwendbar. Gewisse Nebenwirkungen sind auch hier möglich. Aber: Je schneller sie erkannt werden, desto besser.

Inhaltsverzeichnis

Mit der Immunonkologie ist der Krebsforschung ein entscheidender Durchbruch im Kampf gegen Krebs gelungen. Die immunonkologische Therapie greift nicht den Tumor direkt an, sondern unterstützt das körpereigene Abwehrsystem bei der Bekämpfung der Krebszellen. Ein wegweisendes Wirkprinzip, das völlig neue Wege eröffnet, die Lebenserwartung und Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern.

Die Pflegekraft spielt bei der immunonkologischen Therapie eine wichtige Rolle: Sie befördert den Behandlungserfolg, wenn sie die Wirkmechanismen der Immuntherapie kennt und eventuell auftretende Nebenwirkungen schnell bemerkt. Bristol Myers Squibb möchte deshalb als ein Hersteller immunonkologischer Therapien Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen zur Immuntherapie geben.

1. Wie wirkt die Immunonkologie?

Die immunonkologische Therapie hemmt die Immun-Checkpoints. Checkpoint-Hemmer sind Medikamente aus der Gruppe der Antikörper. Sie docken an die Immun-Checkpoints unserer Immunzellen an und lösen die tumorbedingte T-Zell-Bremse. Die Folge: T-Zellen können wieder aktiv gegen Krebszellen vorgehen!

Interessieren Sie sich für die genauen Wirkmechanismen der Immunonkologie? Dann ist unsere Online-Fortbildung „Pflege Onkologie: Immunsystem und Krebs“ Modul 1 das Richtige für Sie.

2. Warum kann es zu Autoimmunreaktionen kommen?

Wenn Checkpoint-Hemmer (Inhibitoren) die tumorbedingte T-Zell-Bremse lösen, gibt das Immunsystem wieder „Vollgas“. Allerdings: Ein hyperaktives Immunsystem bekämpft jetzt möglicherweise nicht nur die bösartigen, sondern auch die gesunden Zellen. Deshalb kann es bei der Immuntherapie zu Autoimmunreaktionen kommen, die früh erkannt in der Regel gut beherrschbar sind.

Mehr über das Thema Autoimmunreaktionen erfahren Sie auch in unserer Online-Fortbildung „Immunvermittelte Nebenwirkungen“ Modul 2.

3. Was sind typische Nebenwirkungen?

Immunvermittelte Nebenwirkungen lassen sich bei rechtzeitigem Erkennen meist gut behandeln. Entscheidend dabei ist, die Warnsignale zu erkennen und sofort zu reagieren.

  • Entzündungssymptome sind ein Alarmzeichen! Sie können auch im Kontext immunvermittelter Nebenwirkungen auftreten – zeitverzögert, bis zu sechs Monate nach Abschluss der Immuntherapie und in manchen Fällen sogar noch später. Eine erhöhte Körpertemperatur etwa ist deshalb immer ernst zu nehmen.
  • Achtung Darmkontrolle! Obwohl alle Organe betroffen sein können, kommt eine immunvermittelte Kolitis besonders häufig vor. Patienten sollten die Stuhlfrequenz, Stuhlbeschaffenheit und Stuhlmenge genau beobachten und Durchfälle melden.

Mögliche onkologische Notfälle bei Checkpoint-Inhibitor-Therapie betreffen neben dem Darm häufig auch Haut und Leber.

Erfahren Sie mehr über typische Nebenwirkungen

  • Einen guten Überblick über mögliche Nebenwirkung bietet Ihnen das Poster „Immunonkologie: Den Patienten im Blick“. Hier können Sie es herunterladen.
  • Laden Sie sich für die Arbeit auf Station oder in der ambulanten Pflege am besten die Kitteltaschenkarte herunter mit den wichtigsten Maßnahmen bei eventuell auftretenden Nebenwirkungen.
  • Diese Website bietet tiefergehende Informationen und Praxisleitfäden zu 9 möglichen onkologischen Notfällen.

4. Warum spielen Pflegende eine wichtige Rolle in der Immunonkologie?

Onkologische Pflegefachkräfte spielen eine Schlüsselrolle bei der Erkennung und Kontrolle von Nebenwirkungen. Sie bilden die Brücke zwischen Ärzten und Patienten, lotsen Betroffene sicher durch die Therapie, schulen ihre Achtsamkeit in der Nachsorge und unterstützen die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen.

Es ist wichtig, dass Sie bei ersten Anzeichen reagieren – immunvermittelte Nebenwirkungen können eine intensive Dynamik entwickeln! Und denken Sie daran, dass Nebenwirkungen auch erst Wochen nach der Immuntherapie auftreten können.

Wenn Sie Nebenwirkungen vermuten, informieren Sie umgehend den behandelnden Arzt!

5. Wer bietet in der onkologischen Patientenversorgung praktische Hilfe?

In der Immunonkologie nimmt das Management von Nebenwirkungen eine zentrale Rolle ein. Bristol Myers Squibb unterstützt die interdisziplinäre Patientenversorgung beispielsweise mit einem umfangreichen Informationsangebot für onkologische Pflegefachkräfte im Netz. Der Clou: Komplexe Zusammenhänge werden übersichtlich und verständlich aufbereitet – mit praktischen Hilfestellungen, so gibt es etwa als Download eine

Pflegebroschüre Immunonkologie & Ernährung (sie unterstützt Sie bei der Beratung von Patienten)

Präsentation Immunonkologie & Ernährung (sie bietet Ihnen weiteren fachlichen Hintergrund)

Broschüre Immunonkologie & Atmung

Broschüre Immunonkologie & Körperpflege

Broschüre Immunonkologie und körperliche Bewegung

Broschüre Kopf-Hals-Tumoren - die immunonkologisch behandelten Patienten im Blick

Broschüre Urogenitale Tumoren - die immunonkologisch behandelten Patienten im Blick

6. Wie kann ich meine Patienten während der Immuntherapie unterstützen?

Empfehlen Sie Ihren Patienten, sich selbst zu beobachten!

Tipps für die Patienten:

  1. Nehmen Sie sich viel Zeit für eine ausgewogene, schonend zubereitete Ernährung. Hören Sie auf sich selbst, genießen Sie, worauf Sie Appetit haben und trinken Sie reichlich.
  2. Bleiben Sie in Bewegung! Körperliche Aktivität beugt Muskelabbau und Mobilitätseinbußen vor. Selbst das Infektionsrisiko kann gesenkt und Schmerz reduziert werden.
  3. Lutschen Sie Bonbons! Es hilft, den Speichelfluss anzuregen und wirkt gegen Hustenreiz.
  4. Kleine Tisch-, Stand- oder Handventilatoren, die zur Gesichtsmitte ausgerichtet sein sollten, können helfen, das Gefühl der Atemnot zu lindern.
  5. Pflegen Sie Ihre Haut sanft und reizarm und schützen Sie die Hände vor Verletzungen, tragen Sie zum Beispiel im Haushalt und Garten Handschuhe.

Onkologie-Pflegefachkraft Silvia K. resümiert:

„Als onkologische Pflegekraft unterstütze ich Patienten gezielt im Umgang mit den Nebenwirkungen der Immuntherapie. Ich sensibilisiere sie, ihren Körper genau zu beobachten und sich bei ersten Anzeichen einer Entzündung sofort mit ihrem Onko-Team in Verbindung zu setzen. Je früher Nebenwirkungen erkannt werden, desto besser können wir sie in den Griff bekommen. Mein Motto: Nur der Krebs soll’s schwer haben, nicht der Patient!“

Allgemeine Fakten über Krebs

  • In Deutschland erhalten etwa 500.000 Menschen jährlich die Diagnose Krebs.
  • Den „einen Krebs“ gibt es nicht, sondern viele verschiedene Krebserkrankungen.
  • Jeder Mensch besitzt ein körpereigenes Abwehrsystem, das in der Lage ist, Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Unser Immunsystem überwacht auch das Zellwachstum: Maligne (bösartige) Zellen werden als Störfaktoren identifiziert und eliminiert. Diesen Job übernehmen speziell ausgebildete „Elite-Einheiten“ wie zum Beispiel die T-Zellen. Mehr dazu erfahren Sie hier unter dem Menü-Punkt: „So entstehen Immmunzellen: Vom Alleskönner zum Spezialisten“.
  • Krebszellen sind schlau: Sie entwickeln intelligente Strategien, der Immunkontrolle unserer „Gesundheitspolizei“ zu entwischen und das Immunsystem zu unterdrücken.
  • Krebszellen sind Fälscher: Sie können sich perfekt tarnen und als gesunde Zelle ausgeben (sogenannter Escape-Mechanismus). Denn anders als Viren oder Bakterien bestehen Tumorzellen aus körpereigenem Gewebe.
  • Krebszellen können T-Zell-Bremsen sein: Sie bremsen T-Zellen durch die Aktivierung sogenannter Immun-Checkpoints aus, um sich selbst ungehindert zu vermehren. Immun-Checkpoints sind die Kontrollstellen des Immunsystems auf der Oberfläche von T-Zellen. Hier erfahren Sie mehr dazu unter dem Menü-Punkt „Angeborener und erworbener Schutz: die Immunantwort kann trainiert werden“.
  • Als wirksame Behandlungsmethoden im Kampf gegen Krebs haben sich Therapieformen etabliert, die Krebszellen entweder direkt (zum Beispiel Chemotherapie) oder indirekt über das Immunsystem angreifen (Immunonkologische Therapie).

www.pflege-onkologie.de

Information der Deutschen Krebsgesellschaft: Immunonkologie: Mit dem Immunsystem den Krebs bekämpfen

Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst

Erklärvideo von Bristol Myers Squibb über Immunonkologie – neue Perspektiven im Kampf gegen Krebs

Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung von Bristol Myers Squibb entstanden.

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