Grippeimfung

5 schlagende Gründe für die Grippeimpfung 2018

Grippe kann tödich sein. Für Pflegekräfte gibt es aber noch ganz andere Gründe, sich jetzt impfen zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Impfmüdigkeit scheint ein weibliches Phänomen zu sein: Laut einer Online-Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) lassen sich 46,5 Prozent der Männer gegen Grippe impfen, aber nur 37,4 Prozent der Frauen. An der Umfrage im Heerbst 2017 haben sich insgesamt 5.822 Mitarbeiter aus 54 Kliniken beteiligt. „Die Wahrscheinlichkeit, geimpft zu sein, steigt mit dem Alter, dem Vorhandensein einer chronischen Grunderkrankung und männlichem Geschlecht“, heißt es in der Studie. Co-Autorin Ronja Wenchel von der Abteilung Kommunikation und Impfakzeptanz am RKI ist überrascht von dem Befund. Eine Erklärung könne sein, dass junge Frauen sich zur Zeit der Umfrage in Elternzeit befanden oder schwanger waren. Aber das allein sei noch keine ausreichende Erklärung, es müsste weiter dazu geforscht werden.

Skeptische Pflegekräfte

Als häufigster Grund für die Impfung nannten alle Befragte den Selbstschutz. Dabei sei der Patientenschutz „ein gleichwertiger Grund für die Impfempfehlung von medizinischem Personal“, betonen die Studienautoren, „das wird jedoch nicht so wahrgenommen“. Während die Ärzte ihren Impfverzicht vor allem organisatorisch begründeten, haperte es bei den Pflegekräften beim Vertrauen in die Sicherheit und Effektivität der Impfung. Die Studienautoren fordern deshalb eine „Steigerung des Vertrauens in ihre Sicherheit und Effektivität“.

Verpflichtende Grippeimpfung? Experten sind skeptisch

„Grundsätzlich ist es aber eher so, dass, wer sich viel über Impfungen im Internet informiert, dort zu widersprüchlichen Informationen gelangt und sich deshalb anschließend seltener impfen lässt. Es ist ein komplexes, emotional besetztes Thema. Die Grippeschutzimpfung hat hier einen schweren Stand, denn auch die generelle Impfskepsis ist in den letzten Jahren gewachsen“, sagt Wenchel. Von einer verpflichtenden Grippeschutzimpfung für Klinikpersonal halten sie und ihre Kollegen trotzdem nichts: „Dann lassen die Mitarbeiter dafür andere wichtige Impfungen aus. Das haben Studien gezeigt. Man kann nur alles verpflichtend machen oder gar nichts.“

Aber was kann man tun, um gegen die Impfmüdigkeit des Klinik- und Heimpersonals anzugehen? Wenchel vom RKI nennt fünf Punkte:

Grund 1: keine Grippe durch Impfung

Die Behauptung, die Impfung selbst löse schon eine Grippe aus, ist schlicht falsch. Es handelt sich bei der Influenzaimpfung um einen Totimpfstoff. Deshalb kann die Impfung selbst keine Grippeerkrankung auslösen und Impfviren können auch nicht an Dritte weitergegeben werden.

Grund 2: Grippe kann lebensbedrohlich sein

Die echte Grippe (Influenza) ist eine schwere, gefährliche Krankheit und nicht zu vergleichen mit einem harmlosen grippalen Infekt. Viele unterschätzen das. Während bis zu 50 Erreger für Atemwegsinfektionen in Frage kommen, verursachen nur Influenzaviren die echte Grippe. In der vergangenen Grippesaison hat die Arbeitsgemeinschaft Influenza bis Mitte Juni allein 143 Grippe-Ausbrüche aus Kliniken und 148 aus Kindergärten gemeldet. Zwischen Oktober 2017 und Juli 2018 wurden insgesamt 334.592 bestätigte Grippeinfektionen gemeldet. Fast 60.000 Grippe-Patienten mussten ins Krankenhaus, 1.711 starben. Fast 90 Prozent der Patienten waren über 60 Jahre alt. Das RKI spricht von einer ungewöhnlich starken Grippewelle.

Grund 3: Pflegekräfte zeigen Verantwortung

Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Bewohnern und Patienten muss gestärkt werden. Studien belegen, dass ein bestmöglicher Schutz erreicht wird, wenn sowohl die zu behandelnden Personen als auch das Personal durchgängig gegen Grippe geimpft sind. Durch die Impfung können Ausbrüche und nosokomiale Infektionen in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern wirkungsvoll verhindert beziehungsweise eingedämmt werden.

Grund 4: Es geht auch in der Gruppe

Vielfach resultiert die Nicht-Impfung schlicht aus Vergesslich- und Nachlässigkeit. Ideal wären deshalb kollektive Impfungen im Betrieb. Da die Ständige Impfkommission am RKI (Stiko) die Grippeimpfung für medizinisches und pflegerisches Personal empfiehlt, entstehen den Mitarbeitern keine Kosten. Die Krankenkasse bezahlt die Impfung.

Grund 5: Vierfachimpfsstoff jetzt auch für Kassenpatienten

Die Erinnerung an die schwere Grippewelle in der vergangenen Saison könnte dazu bewegen, sich wenigstens dieses Jahr rechtzeitig impfen zu lassen. Seit diesem Jahr empfiehlt die Stiko die Impfung zudem mit einem Vierfachimpfstoff. Dieser verfügt zusätzlich über Antigene der im bislang verwendeten Dreifachimpfstoff nicht enthaltenen Influenza B-Viruslinie und bietet in Saisons, in denen Influenzaviren dieser B-Linie zirkulieren (das war letzte Saison der Fall), besseren Schutz vor einer Grippeerkrankung. Im letzten Winter hatte für Unmut gesorgt, dass nur Privatversicherte den Vierfachimpfstoff bekommen hatten. Dieses Jahr erhalten ihn erstmals auch Kassenpatienten.

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung lässt sich außerdem eine kostenlose Infobroschüre herunterladen oder bestellen.

Autorin: Birgitta vom Lehn

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