Pflegedienst

4 Tipps, die vor kriminellen Pflegern schützen

Fälle wie der des mordverdächtigen Grzegorz Stanislaw W. sind vermeidbar. Profis ranlassen oder bei der Wahl der Agentur genau hinschauen, meint Schlütersche-Autor Birger Schlürmann.

Inhaltsverzeichnis

Schnell erinnert man an sich an den Fall Niels H. Der Krankenpfleger ist verantwortlich für eine Serie von mindestens 90 Morde an Krankenhauspatienten. Nun gibt es einen neuen mutmaßlichen Serienmörder. Der 36-jährige Pflegehelfer Grzegorz Stanislaw W. soll bundesweit mehrere Rentner mit Insulininjektionen getötet haben.

Habgierige Pfleger bringen Branche in Verruf

Die Fälle unterscheiden sich dadurch, dass Niels H. aus Geltungssucht handelte – der nun gefasste Pflegehelfer aus reiner Habgier. Leider wirft der Fall des 36-jährigen Polen wieder einmal ein schlechtes Licht auf unsere Branche. Vor allem der Dreiklang „Habgier“ – „häusliche Pflege“ und „Tötungsdelikt“ dürfte wieder zu den üblichen Reflexen der Boulevardpresse führen.

Viele Agenturen knallhart gewinngetrieben

So sollte man den Fall einmal umdrehen: So manche Agenturen für 24-Stunden-Pflegekräfte aus Osteuropa sind vor allem auf schnelle Gewinnmaximierung aus. Da schaut man eben nicht so genau hin, wen man da in die Haushalte vermittelt. Senioren und ihre Angehörigen schützen sich vor „Pflegekräften“ wie Grzegorz Stanislaw W. am besten, indem man solche Agenturen nicht beauftragt, sondern auf die Möglichkeiten der Pflegeversicherung zurückgreift.

Vorteile der Pflegeversicherung voll nutzen

Allein ein Versicherter mit Pflegegrad 4, der in der eigenen Häuslichkeit versorgt wird, kann inklusive Tagespflege-Anspruch Sachleistungen von bis zu 3.350 Euro pro Monat nutzen. Rechnet man noch einen Eigenanteil von fiktiven 650 Euro hinzu, lassen sich mit 4.000 Euro eine Versorgung durch Profis sicherstellen.

So schützen Sie sich vor unseriösen Agenturen

Wer unbedingt auf der „Geiz ist Geil“-Welle reiten möchte und eine Agentur beauftragt, seinen pflegebedürftigen Angehörigen daheim zu versorgen, sollte dann wenigstens genau hinschauen und sich zumindest diese Fragen belastbar beantworten lassen:

• Welche seriösen Erfahrungsberichte gibt es über die ausgewählte Agentur?

• Welche Erfahrungen haben die zu vermittelnden Pflegekräfte?

• Welche Nachweise über gute Arbeitsleistungen in den Haushalten können vorgelegt werden?

• Sind die Pflegekräfte tatsächlich versicherungspflichtig bei der Agentur angestellt?

Solche schrecklichen Vorkommnisse wie die Mordserie des Grzegorz Stanislaw W. sind vermeidbar, wenn Betroffene einfach die Möglichkeiten der Pflegeversicherung ausschöpfen und Pflegeprofis ranlassen.

Der Autor Birger Schlürmann

Birger Schlürmann (Foto) blickt auf 25 Jahre Erfahrung in der ambulanten und stationären Pflege zurück. Seit 17 Jahren ist er beratend tätig – unterbrochen von einem Ausflug in das operative Geschäft. Seit zehn Jahren ist er außerdem Chefredakteur beim Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und betreut dort den Fachinformationsdienst "Wirtschaftlich erfolgreich im Pflegedienst". Bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft ist von ihm 2015 das Buch „Wachstumsmarkt Ambulante Pflege“ erschienen.

Autor: Birger Schlürmann

Wer hat diesen Mann gesehen?

Ein polnischer Pflegehelfer könnte eine Mordserie im häuslichen Milieu zu verantworten haben. Die Kripo bitte um Unterstützung. Der Verdächtige hat in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, NRW, Schleswig-Holstein und Brandenburg gearbeitet.

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