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In der Weihnachtszeit einmal mal die Dekoration in den eignen Vier Wänden genießen – auch das entspannt. 

Pflege als Beruf

14 Tipps für eine entspannte Weihnachtszeit 

Pflegekräfte mit besonderer Stress-Erfahrung und Buch-Autoren der Schlüterschen berichten, was ihnen hilft, um der Weihnachtshektik zu entgehen 

1. Das Praktische mit dem Sinnlichen verbinden

Ich rate jedem die Weihnachtsplätzchen dieses Jahr einmal mit allen Sinnen zu backen: Den Teig langsam kneten, zwischen den Fingern spüren, bewusst ein- und ausatmen und den Duft aufnehmen. Das hat für mich immer etwas sehr Meditatives. Danach genieße ich eine Tasse Tee, zünde eine Kerze an und beobachte die Flamme. Dabei können die Gedanken herrlich umher schweifen.

Margarete Stöcker (https://fortbildungvorort.de), Gesundheitspsycholgin (M.Sc.) und Autorin von „Der Anti-Stress-Ratgeber für Pflege- und Betreuungskräfte

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

2. Jeden Tag eine neue Köstlichkeit

Wir sprechen uns im Kollegenkreis ab, wer jeweils ein oder zweimal in der Woche etwas Leckeres zu essen mit zum Dienst bringt. Das ist mittlerweile zu einem festen Ritual geworden. Wenn es die Zeit erlaubt, genießen wir es dann auch gemeinsam, das bringt viel Ruhe rein. Außerdem sorge ich auch für ausgewogenes und gesundes Naschen, denn Vitamine sind als Glücklichmacher nicht zu unterschätzen.

3. Mein ganz eigenes Belohnungsprogramm

Ich überprüfe nach dem Dienst mein inneres Stimmungsbarometer, das wie ein Ampelsystem funktioniert: Wenn es längere Zeit auf Gelb stand oder gar auf Rot springt, gönne ich mir meine ganz persönlichen Selbstbelohnungen, das heißt ich tue mir etwas Gutes, das mir in diesem Augenblick hilft runterzukommen. Das kann ein heißes Bad sein, meine Lieblingsmusik, ein leckerer Tee. Und nach besonders Energie raubenden Diensten versuche ich Spaziergänge zu machen, die mir in eine besinnliche Stimmung verhelfen, z.B. durch geschmückte Straßen oder Vorgärten. Ellen Panke, Krankenschwester mit Schwerpunkt Delir-Management am St. Josefs Krankenhaus Berlin

4. Auch mal „Nein“ sagen

Neben den beruflichen Verpflichtungen gibt es gerade in der Vorweihnachtszeit so viele Einladungen, Feiern oder auch Verpflichtungen. Dann „muss“ man diesen oder jenen Weihnachtsmarkt oder auf diese oder jene Weihnachtsfeier gehen und an allerlei weihnachtlichen Ritualen teilnehmen. Aber ich sage: Nein, muss man nicht, nichts ist entspannender als mit einem Heißgetränk auf dem eigenen Sofa zu sitzen und die heimische Weihnachtsdeko zu genießen. Dann entwickelt die Vorweihnachtszeit einen ganz eigenen Zauber. 

5. Gemeinsam bedeutet weniger Stress und macht dafür umso mehr Spaß

Wenn man Freunde einlädt, dann ohne lange Vorbereitung: Entweder zusammen Kochen oder einfache Speisen zubereiten. Geht man zu Freunden, schlägt man vor, dass jeder Gast etwas zu essen mitbringt. Hauptsache man genießt die Zeit miteinander ohne in tagelanger Vorbereitung zu versinken.

 Jutta König (www.pflege-prozess-beratung.de), Fachbuchautorin Pflegedokumentation im Krankenhaus – gewusst wie

6. Gutes für den Körper, den Geist und die Seele

Den einen ultimativen Tipp gibt es nicht. Es ist vielmehr eine Kombination aus verschiedenen Dingen, die jeder für sich selbst tun kann: Suche Dir nach anstrengenden Begegnungen im Beruf Menschen, die Dir Freude und gute Energien geben, schütze Dich vor Psychospielchen, genieße bewusst die positiven beruflichen Augenblicke und entdecke neben der Work-Life-Balance, auch Deine Love-Life-Balance, die Du auf jeden Fall mehr genießen solltest.

Gesundheits- und Pflegewissenschaftlerin Dr. Ursula Kriesten und Dozent und Geragoge Michael Becker und Autoren von „Kommunizieren und Führen in der Pflege – gewusst wie

7. Seine eigenen Prioritäten in den Vordergrund stellen

Um dem ganzen Trubel zu entgehen, sollte man ganz ehrlich zu sich selbst sein: Was ist für mich an Traditionen und Ritualen wirklich wichtig. Das schließt aber auch mit ein, sich nicht (nur) nach den anderen zu richten. Alles andere oder Unwichtige einfach von der Liste streichen. Außerdem ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Denn oft kommt es anders als geplant – und das ist vollkommen in Ordnung.

Khaled Trabulsi, Auszubildender am Klinikum Magdeburg

8. Bewegung und frische Luft

Trotz aller Vorbereitungen und der Erledigung letzter wichtiger Dinge, auch im Job, ist es wichtig, sich selber von Zeit zu Zeit in der Vordergrund zu stellen. Ich gehe dann an der frischen Luft spazieren oder mache eine kurze Yoga-Session. Diese kleinen Pausen helfen mir enorm dabei, Energie zu tanken und den Kopf wieder frei zu bekommen.

Nina Sickinger, Freie Autorin, pflegen-online.de

9. Bleiben Sie realistisch

Ich bin bis jetzt immer gut damit gefahren,  für mich die Haltung einer realistischen Zielsetzung und Erwartung gegenüber mir selbst, meinen Kunden, Freunden und der Familie einzunehmen. Wie oft packen wir gerade die Vorweihnachtszeit viel zu voll. Wenn ich mir aber realistische Ziele setze, also das, was wirklich möglich ist, und nur das, kann ich auch zwischendurch entspannen, und sogar Dinge tun, die mir Freude bereiten - eine wunderbare Stressprävention. 

Gabriele Schweller (https://www.schweller.com/), Altenpflegerin, Pflegepädagogin und Fachbuchautorin Aktivierungen für Bettlägerige

10. Konflikte vermeiden und sich in Gelassenheit üben

An Weihnachten kochen die Konflikte in der Familie schnell mal hoch. Um sie möglichst zu vermeiden: Im Vorfeld schon einmal klären, wer übernimmt welche Aufgaben und wer bereitet was vor, denn gute Planung ist hier alles. Und wenn doch etwas daneben geht, auf jeden Fall gelassen bleiben. Sich in Dankbarkeit üben - mit Stress und Ärger ist nie etwas zu gewinnen.

Monika Hammerla-Claassen (https://monika-hammerla.de/), Demenz-Expertin und Fachbuchautorin Qualitätsmerkmal Beziehung

11. Mein 5-Punkte-Plan

1: Auf den Prüfstand bringen: Was stresst mich am meisten und warum?

2: Perfektion ade: Gutes gelingt oft rein aus Zufall - es lässt sich eben nicht alles planen.

3: Gesunder Egoismus: Aufhören, es allen recht machen zu wollen. Das geht sowieso nicht.

4: Innehalten: Weihnachten nicht überfrachten. 

5: Nein zu den Gedanken oder Vorstellung anderer: Hauptsache für einen selber ist es stimmig.

Birgit Proske (https://linktr.ee/brueckenbauerinbirgitproske), Sterbebegleiterin und Fachbuchautorin Vom Umgang mit Trauer im Pflegealltag

Auf pflegen-online: Warum viele Bewohner trauern

12. Ja zu Selbstfürsorge

In dieser Zeit achte ich besonders darauf, ausreichend zu schlafen, mich ausgewogen zu ernähren, genug zu trinken, mich zu bewegen und vor allem meine sozialen Kontakte zu pflegen und positive Aktivitäten in meinen Tagesablauf zu integrieren. Dadurch kann ich meinen Akku am besten wieder aufladen. Und ganz wichtig: Sich klar machen, dass Selbstfürsorge nicht egoistisch, sondern logisch ist und man so stressige Phasen viel besser übersteht und auch besser für andere da sein kann.

Anke Glaßmeyer (www.ankeglassmeyer.de), M.Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin - Verhaltenstherapie – und Ratgeberautorin Selbstfürsorge - dein Anker in turbulenten Zeiten

13. Wir zusammen

Wir schenken uns gegenseitig Zeit und statt lange in den Geschäften zu stehen und viel Geld für unnötigen Nippes auszugeben, setzen wir auf selbst geschriebene Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten, wie ein Picknick, einen Konzertbesuch, ein Thermen-Wochenende, eine Wintertour zusammen...

Jennifer Melcher (www.jennifer-melcher.at), Pflegereferentin, Keynote Speakerin  und Fachbuchautotin Das Anti-Burnout-Buch für Pflegekräfte

14. Alle Dinge in besinnlicher Atmosphäre tun

Ich schreibe meist schon Anfang Dezember bei einer schönen und besinnlichen Weihnachtsmusik-CD meine Weihnachtskarten und packe Weihnachtsgeschenke ein und die Päckchen für die Post. Das nimmt den Druck raus und fühlt man sich zwischendurch doch etwas gestresst, einfach mal aus dem Fenster schauen, einen Punkt fixieren und für kurze Zeit darauf blicken, mehrmals tief ein- und ausatmen.

Marianne Sporbert, selbstständige Fachtherapeutin für Gehirnleistungstraining, Fachbuchautorin  Hier trainieren Männer ihr Gedächtnis

Nina Sickinger

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