Weihnachten in der Pflege

14 Ideen für Kollegengeschenke

Geschenke unter Kollegen versüßen den Weihnachtsdienst in Klinik und Pflegeheim. Doch was können Sie schenken? Und ganz wichtig: Was gibt es beim Schenken zu beachten?

Inhaltsverzeichnis

Kaum einer hat die Kraft und die Geldbörse, um alle Kollegen zu beschenken. In der Pflege bedeutet dies häufig, rund 15 bis 20 (wenn nicht gar mehr) Geschenke auszusuchen – neben denen für die Lieben zu Hause. Doch kleine Geschenke können für alle, die Heiligabend und an den beiden Weihnachtstagen arbeiten müssen, ein Lichtblick sein – für den Schenkenden und für den Beschenkten. Wenn alle sich an eine Reihe von Regeln halten.

Leitlinie fürs Schenken

  • Lassen Sie Ihren Plan einer kleinen Bescherung früh genug durchblicken: Mancher fühlt sich brüskiert, wenn er selbst nichts parat hat. Planen Sie die kleine Bescherung eventuell gemeinsam.

  • Bleiben Sie im Rahmen: Teurer als 10 bis 20 Euro sollte ein Geschenk unter Kollegen nicht sein. „Da muss ökonomisch ein gewisses Gleichgewicht herrschen“, sagt Psychiater Georg Schürgers von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). „Eine Tafel Schokolade, die mit Aufmerksamkeit und Anerkennung überreicht wird, ist mehr wert als eine hingeschmissene Rolex“, meint der Professor, der mit seiner Firma Burnon Unternehmen in Sachen Gesundheitsmanagement berät.

  • Fragen Sie sich: Ist die Stimmung im Team entspannt? Wenn nicht, können Geschenke fehl am Platze sein, meint Etikette-Expertin Nandine Meyden. Sie verleiten den Schenkenden möglicherweise, ein wenig schmeichelhaftes Präsent auszuwählen. Auf der anderen Seite ist der Beschenkte leicht geneigt, eigentlich gutgemeinte Geschenke unvorteilhaft zu deuten.

  • Schon gar nicht darf man Geschenke missbrauchen, um schlechte Stimmung aufzuhellen – und sei es noch so passend und liebevoll ausgewählt. Der Beschenkte fühlt sich dann allzu leicht erpresst.

  • Überlegen Sie: Ist derjenige, den Sie beschenken möchten, überhaupt der Geschenke-Typ? Jeannine Fasold (45), stellvertretende Stationsleitung auf der neuro-orthopädischen Kinderstation des Krankenhauses Rummelsburg (Oberbayern), berichtet über einige ältere Kolleginnen auf ihrer Station, denen es wichtig ist, Distanz zu Kollegen zu halten (unter anderem durch Siezen) und die Geschenke eher als Erpressung betrachten.

  • Geschenke dürfen nichts Ausschließendes haben: Wenn Sie nur mit bestimmten Kollegen einer Schicht Geschenke austauschen, ist das durchaus erlaubt. Doch warten Sie den passenden Moment ab. „Ich kannte eine Stationsleitung, die gern selbstgebackenes Brot verschenkte. Ein solches Geschenk kann nicht jeder würdigen. Also hat sie das Brot bestimmten Mitarbeiterinnen immer heimlich am Umkleideschrank übergeben“, erzählt Silke Doppelfeld, die auf einer interdisziplinären Intensivstation im Marienhausklinikum Ahrweiler arbeitete und in den Pflegewissenschaften an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar über das Thema „moralischer Stress“ forscht.

Wenn der kleinen Bescherung nichts mehr im Wege steht, stellt sich die Frage: Was schenken? Wenn es individuell sein soll, empfiehlt sich, das ganze Jahr über gut zuzuhören und zu beobachten. „Zum Beispiel gibt es ja immer wieder die Kollegen, die am Ende der Schicht nicht mehr den Kugelschreiber haben, den sie noch zu Beginn in der Kitteltasche hatten“, sagt Jeannine Fasold.

Jeannine Fasold, die auf Instagram unter dem Alias „Herzensschwester“ aktiv ist, fallen eine ganze Reihe von beliebten Kollegen-Geschenken ein.

Geschenk-Vorschläge der Herzensschwester

  • ein besonderer Kugelschreiber mit Namensaufkleber (kostet rund 12 Euro)

  • Textmarker für die Dokumentation, die manchem ebenfalls oft verloren gehen

  • eine Tasse mit aufgedrucktem Namen oder Motto

  • Handcreme

  • Schokolade am Stiel

  • Pseudo-Medikamentenpackungen, die Traubenzucker oder Gummibärchen enthalten

  • besondere, handgemachte Dinge wie Schals und Smartphone-Hüllen (Jeannine Fasold empfiehlt dafür den Online-Shop DaWanda)

  • Tücher mit Krankenpflegemotiven wie einem Stethoskop oder einem Koffer mit rotem Kreuz (siehe Foto unten von Jeannine Fasold)

Ideen aus der pflegen-online-Redaktion

  • Notizbuch

  • Tee (bitte dran denken: Nicht jeder mag Früchtetee, nicht jeder Rooibos-Tee – vorher am besten durch geschicktes Fragen herausfinden)

  • exklusive Marmelade, gern auch selbstgemacht, für den Marmeladenfreund

  • besondere Haar-Accessoires

  • selbstverständlich: Bücher! Darauf achten, dass sie nicht zu umfangreich sind und sich leicht lesen lassen: „Die Reisen des Mr. Leary“ von Anne Tyler, „Oma, die Nachtcreme ist für 30-Jährige!“ von Anja Flieda Fritzsche oder Lustiges aus dem Berufsleben etwa „Klamkes gepflegte Welt“, „Das Tagebuch der PDL“ von Paula Dorothea Ludowich oder „Schwester! Mein Leben auf der Intensivstation“ von Katrin Grunwald.

  • Tannenbaumschmuck (für Vogelfreunde etwa bunt gefärbte Singvögel, die sich durch einen Klipp auf Tannenzweige setzen lassen)

Was hängt da am Infusionsständer?

Und wie übergeben Sie die Geschenke? Bei Silke Doppelfeld auf Station gibt es Heiligabend ein Weihnachtsmenü – nicht zu aufwendig, aufwärmbar, aber trotzdem besonders. Dazu legen die drei Kolleginnen eine Weihnachts-CD ein, zu der am Ende alle – Ärzte und auch Patienten, die dazu in der Lage und in Stimmung sind – mitsingen. Das Geschenk schlicht übergeben, kommt bei den Kolleginnen aus dem Rheinland aber nicht in Frage – meistens lassen sie sich etwas einfallen. „Du geh‘ mal in Zimmer 212 und schau‘, ob dort ein freier Infusionsständer steht“, heißt es etwa. Der so Aufgeforderte findet dann dort am Infusionsständer hängend ein liebevoll von Silke Doppelfeld ausgesuchtes Buch ….

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