Was Schlütersche-Autoren raten

12 Tipps für eine stressfreie Weihnachtszeit

Lesen Sie, was Coaches, Personal-Trainer, eine Theologin, ein Ernährungsberater, ein Heilpraktiker, eine Psychologin, eine NLP-Trainerin, eine Personalberaterin und eine Sozialarbeiterin empfehlen.

Inhaltsverzeichnis

Wir haben uns bei den Autoren der Schlüterschen (Pflege-Redaktion und humboldt Verlag) und in unserer Redaktion in Hannover umgehört und gefragt: Was hilft gegen den viel beklagten Stress zur eigentlich doch so geliebten Weihnachtszeit?

1. Kleine Auszeiten

Ich selbst schreibe immer eine To-do-Liste und die ist auch sehr hilfreich im laufenden Jahr. Im November und Dezember überarbeite ich diese jedoch und schaue, ob wirklich alle Termine wichtig sind und baue bewusst Zeiten für mich ganz alleine ein (mehr als sonst): unterwegs anhalten und einen Spaziergang machen, bewusst ein neues Café aussuchen und die Umgebung genießen. So habe ich neulich auf dem Rückweg von Essen unterwegs ein ganz bezauberndes Café im Shabby Stil entdeckt und die halbe Stunde Auszeit sehr genossen.

Gabriela Koslowski (www.lebensspur.org), examinierte Krankenschwester, psychologische Beraterin, Autorin von Resilienz in der Pflege: Sie sind stärker als Sie glauben! Gelassen durch den beruflichen Alltag

2. Die perfekte To-do-Liste

Stellen Sie dieses Jahr die Weichen neu: Schreiben Sie sich alles auf, was Sie erledigen müssen und überlegen Sie sich, bis wann die einzelnen Aufgaben erledigt sein müssen, damit alles gut funktioniert. Erstellen Sie eine Checkliste. Wenn etwas nicht rund läuft, dann korrigieren Sie die Deadline oder die Aufgabe entsprechend.

Sie werden dieses Jahr damit zwar noch nicht in den Genuss einer völlig stressfreien Weihnachtszeit kommen, aber ab nächstem Jahr dafür umso mehr. In Zukunft holen Sie einfach Ihre Checkliste hervor und gehen diese Punkt für Punkt durch. Sie werden sehen, wie viel entspannter und genussvoller Sie die Weihnachtszeit erleben werden.

Ivan Blatter (https://ivanblatter.com), Personal Trainer für Zeitmanagement, Autor von Arbeite klüger, nicht härter

3. Lebe lieber unperfekt!

Am zweiten Advent noch keinen Adventskranz – ja, warum denn nicht! Am 20. Dezember noch keine Plätzchen gebacken und alle Geschenke besorgt – auch das ist in Ordnung! Vor Heiligabend noch nicht beim Friseur gewesen – auch nicht so schlimm, denn die Patienten schauen Ihnen sowieso nicht aufs Haar, sondern ins Herz. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären Ihr Haustier. Ist das für Ihren Hund oder Ihre Katze wichtig, dass dort ein Adventskranz steht, dass dekoriert ist oder dass Ihre Haare sitzen? Nein. Das Haustier braucht auch keinen perfekt geschmückten Baum. Das Wunder von Weihnachten ist doch nicht, dass wir selber abgehetzt sind, und unsere Wohnung dafür taff dekoriert – es ist die Liebe, die Muße, die Gemütlichkeit. Haben Sie den Mut, unperfekt zu sein. Lassen Sie mehr als Fünfe gerade sein, seien Sie also lieber gelassener als schön dekoriert.

Barbara Messer (www.barbaramesser.de/), Altenpflegerin, NLP-Trainerin, Trainerin und Coach, Autorin von Helfersyndrom? Strategien für verantwortungsvolle Pflegekräfte

4. Da ist doch noch der Januar ...

Bedenken Sie: Die Uhren ticken nach Weihnachten weiter. Wir müssen nicht alles in den Dezember quetschen. Der Filmeabend mit Freunden, der Besuch der 400 Kilometer entfernt lebenden Freundin – Dinge wie diese lassen sich auch in den Januar und Februar schieben. So setzen Sie außerdem schon einmal ein paar farbliche Akzente in der oft als bleiern empfundenen Zeit nach dem Jahreswechsel.

Kirsten Gaede (gaede@schluetersche.de), Chefredakteurin Pflegemedien bei der Schlüterschen

5. Die Zwei-Minuten-Regel

Alles was sich in zwei Minuten erledigen lässt, wird sofort erledigt. Es dauert bei vielen Dingen länger, sie auf die To-do-Liste zu schreiben, als sie einfach zu machen und so den Kopf wieder frei zu haben. Jeder unerledigte Kleinkram ist wie ein kleiner Kieselstein der ganz schnell zu einem riesigen Steinhaufen wird. Es beginnt mit dem Spülen der Kaffeetassen am Morgen, geht weiter mit dem Gießen der Blumen oder mit dem Bestellen der Weihnachtsgans.

Es ist verblüffend , was man alles in zwei Minuten erledigen kann, wenn man erst einmal damit begonnen hat: die Weihnachtskarte an die ehemalige Kollegin geschrieben, die E-Mail an die Stadtwerke abgeschickt, aus dem Fenster gucken, die Lichterkette aus dem Keller geholt, einen Arzttermin machen. Mit der Zwei-Minuten-Regel unterstützen Sie Ihre Kreativität und haben garantiert bessere Laune!

Christine Behrens (www.c-behrens.de), Theologin, Sozialmanagerin und Transaktionsanalytikerin, Autorin von Hilfe für Helfer: Wie Pflegekräfte ihre spirituellen Ressourcen nutzen können

6. Atemübung statt Smartphone

Wussten Sie schon, dass das Warten in der Kassenschlange ein Zeitgeschenk ist? Nutzen Sie es und atmen Sie mal richtig tief durch, während Sie warten. Atmen Sie tief durch die Nase ein, Atem anhalten – und langsam durch den Mund wieder aus. Machen Sie das zwei-, dreimal hintereinander. So kommt ein wenig Ruhe in Körper und Geist. Für bewusstes Atmen brauchen Sie keine Yogamatte. Bewusst atmen können Sie jederzeit und an jedem Ort. Solche Zeitgeschenke gibt es übrigens ziemlich häufig. Wir überbrücken Sie leider nur allzu oft mit dem Griff nach dem Handy.

Claudia Flöer, Programmleitung Pflege Buch bei der Schlüterschen

7. Ein Urlaubstag zwischendurch

Bei Geschenkestress: Ein oder zwei Urlaubstage aufsparen und alles nach einem netten morgendlichen Kaffee ganz gemütlich erledigen

Katja Koschate, Lektorin (humboldt Verlag) bei der Schlüterschen

8. Heiße Taigawurzel mit Zitrone

Weihnachtszeit ist Teezeit. Nicht nur das kalte und ungemütliche Wetter sind gute Gründe, um zu einer heißen Tasse Tee zu greifen. Diverse Heilpflanzen können auch dafür sorgen, dass wir trotz stressiger Belastungen fit und leistungsbereit bleiben. Allen voran die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus). Ihre Wirkstoffe reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen und damit auch die Erschöpfungsphasen nach stressigen Situationen. Studien zeigen: Die regelmäßige Einnahme von Taigawurzel macht resistenter gegen Stress, steigert unsere Leistung und wirkt gegen Müdigkeit. Zudem ist sie eine prima Unterstützung während der Erkältungszeit: Sie aktiviert das Immunsystem und wirkt antiviral.

Für die kalten Tage eignet sich besonders unser Rezept „Heiße Taigawurzel mit Zitrone“: 2 bis 3 x tgl. 1 EL geschnittene Taigawurzel mit 1⁄4 Liter siedendem Wasser überbrühen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und den Saft einer halben Zitrone hinzugeben.

Sebastian Vigl (www.ihre-heilpraktiker.berlin), Heilpraktiker, Autor (zusammen mit Anne Wanitschek) von Die Leber natürlich reinigen

9. Ohne Kontrollzwang Essen genießen

Ich finde es wichtig, dass man die Zeit zwischen dem 1. Advent und den Heiligen 3 Königen am 6. Januar auch als Zeit des Genießens ansieht und nicht so streng auf die Ernährung achtet. Wichtig ist, dass man sein Ernährungs- und Bewegungsverhalten im Rest des Jahres (Ausnahmen natürlich im Urlaub, bei Familienfeiern et cetera) beobachtet und - wenn nötig - modifiziert.

Sven Bach (www.sven-bach.de) Diätassistent, ernährungstherapeutischer Berater, Autor von Sven Bachs Jobfood: Schlank und gesund im Arbeitsalltag. Mit Wochenplan und Meal Prep.

10. Märchen lesen

Haben sie schon mal bei Kerzenschein eine Orange geschält und gegessen, wenn sie gerade von Charles Dickens die Geschichte „Die Apfelsine des Weisenknaben“ gehört haben? Die Aromen und die Geschichte verknüpfen sich zu einer einzigartigen Atmosphäre und man schafft sich diese Gemütlichkeit mit dem Zauber von Weihnachten. Gerade diese Gemütlichkeit sind Auszeiten von den stressigen Phasen.

Das Märchen „Sterntaler“ ist wunderschön, wenn draußen die Sterne am Himmel stehen. Schneit es, dann wird Schnee zu Magie, wenn man Frau Holle liest. Also nehmen Sie sich die Zeit für Ruhe und Gemütlichkeit.

Weihnachten ist für mich die Zeit der Traditionen und Rituale, durch die sich bei mir große Vertrautheit einstellt. Dazu gehört es für mich auch, die alten Märchen und Geschichten zu lesen oder noch besser - sie sich im kleinen Kreise gegenseitig vorzulesen. Wichtig ist, dass man sich die Zeit und den Raum für diese Geschichten schafft. Haben ihre Eltern Ihnen vielleicht Geschichten vorgelesen oder haben Sie ihren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen? Wenn ja, dann kennen Sie diese Gemütlichkeit und die Geborgenheit, die man und diese Zeit, die man durch das Vorlesen schaffen kann.

Anna Kathrin Holtwiesche, Sozialarbeiterin (B.A.), Autorin von Soziale Betreuung richtig dokumentieren: Das Dokumentationsinstrument DI-ABBA

11. Buffet statt Menü

Sprechen Sie sich in Sachen Essen mit der Familie ab. Statt sich unter Druck zu setzen und ein Menü für die Verwandtschaft zu zaubern, darf es auch mal ein Buffet sein. Wählen Sie Speisen, die sich etwas länger im Voraus zubereiten lassen und nicht auf den Punkt serviert werden müssen. Das nimmt den Druck und gibt Ihnen die Möglichkeit, die Vorbereitung zu entzerren. Zögern Sie auch nicht, die Gäste zu bitten, hier und etwas beizutragen, etwa eine Vorspeise oder ein Dessert.

12. Wichteln statt jedem etwas schenken

Wenn sie zu Weihnachten wichteln, haben sie sehr viel weniger Stress, da Sie nur die Person beschenken, deren Namen sie gezogen haben. Außerdem ist es kostengünstiger, Sie sparen sehr viel Geld für Geschenke und trotzdem bekommt jeder etwas.

Andrea Lehwald (auf facebook), Krankenschwester, Krankenhausberaterin, Autorin von Krankenpflege-Personal finden und binden: Wie Sie ein attraktiver und begehrter Arbeitgeber werden - erscheint im Frühjahr 2019

Eine kleine Überlegung zum Abschluss für alle, die es trotz guter Tipps schwer finden, in der Weihnachtszeit Ruhe zu finden: Ist der Weihnachtsstress wirklich so schlimm? Genießen wir die Betriebsamkeit nicht auch? Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären zu keiner Weihnachtsfeier, zu keinem Adventskaffee oder -essen eingeladen, niemanden möchte sich vor Weihnachten noch einmal mit Ihnen verabreden. Auch über Geschenke müssten Sie sich nicht den Kopf zerbrechen, weil es niemanden gibt, mit dem sie sich beschenken – das wäre eine ruhige Weihnachtszeit. Aber wünschen Sie sich diese wirklich?

Protokoll: Kirsten Gaede

Illustration: Andrea Wiedermann

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