Kommunikation

100 häufige Fehler im Umgang mit Demenz

Menschen mit Demenz brauchen doch eine Tagesstruktur - und auch einen Erinnerungsraum ... nein, so einfach ist das nicht. Lesen Sie unsere Liste mit den 100 häufigsten Fehlern und Fehlannahmen

Inhaltsverzeichnis

 

Die eigene Haltung

1. Fehler: Annahme, man könne für die betroffenen Menschen nichts mehr tun

2. Fehler: Annahme, Menschen mit Demenz benötigten eine feste Tagesstruktur

3. Fehler: Annahme, Menschen mit Demenz könnten keine Entscheidungen mehr treffen

4. Fehler: Annahme, alle Menschen mit Demenz seien krank und müssten deshalb ständig betreut werden

5. Fehler: Annahme, bei Menschen mit Demenz müsse man immer investieren, bekäme aber kaum etwas zurück

6. Fehler: Der Mensch mit Demenz soll lernen, dass er nicht der einzige Klient ist, der Hilfe benötigt

7. Fehler: Menschen mit Demenz sollen einsehen, dass sie unselbstständiger sind und deshalb Hilfe annehmen müssen

8. Fehler: Man muss nur konsequent genug sein, dann macht ein Mensch mit Demenz auch das, was richtig und notwendig ist

9. Fehler: Abläufe werden strikt koordiniert – Menschen mit Demenz fügen sich schon ein

10. Fehler: Annahme, manche Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz seien anderen nicht zuzumuten

11. Fehler: Pflegende nutzen ihre Erfahrungen mit Menschen mit Demenz, um ihre Arbeit besonders effektiv zu gestalten

12. Fehler: Individuelle Bedürfnisse werden zu wenig berücksichtigt

13. Fehler: Ich pflege, wie ich selbst gepflegt werden möchte

14. Fehler: Bei Menschen mit Demenz wird zu kleinen Notlügen gegriffen

15. Fehler: Menschen mit Demenz dürfen nichts allein machen

16. Fehler: Menschen mit Demenz werden wie kleine Kinder behandelt

17. Fehler: Menschen mit Demenz werden eingeschüchtert

18. Fehler: Menschen mit Demenz werden etikettiert

19. Fehler: Annahme, in Pflegeoasen seien Menschen mit Demenz gut versorgt

20. Fehler: Menschen mit Demenz werden überfordert

21. Fehler: Entscheidungen werden abgenommen

22. Fehler: Pflegende reagieren enttäuscht, wenn der Mensch mit Demenz nicht wie erwartet reagiert

23. Fehler: Reaktionen oder Gefühlsäußerungen werden übergangen

24. Fehler: Es wird über den Kopf hinweg kommuniziert

25. Fehler: Soziale Kontakte werden ignoriert

26. Fehler: Störungen werden nicht erklärt

27. Fehler: Es wird über Menschen mit Demenz gelacht

28. Fehler: Gefährliche Gegenstände werden von Menschen mit Demenz ferngehalten

29. Fehler: Menschen mit Demenz werden weggeschickt

30. Fehler: Menschen mit Demenz werden wie Objekte behandelt

Kommunikation

31. Fehler: Es wird nur selten Blickkontakt aufgenommen

32. Fehler: Sprache und Stimme werden nicht angepasst

33. Fehler: Zeichensprache/Gestik wird nur bei Gehörlosen eingesetzt

34. Fehler: Die Konsequenzen einer eingeschränkten Sprache werden nicht beachtet

35. Fehler: Pflegende reagieren mit eindeutig negativen Gesten .6136. Fehler: Es werden zu viele akustische Reize eingesetzt

37. Fehler: Die Gelegenheit zum Handschlag wird nicht genutzt

38. Fehler: Berührungen werden nicht adäquat eingesetzt

39. Fehler: Kosenamen werden unreflektiert benutzt

40. Fehler: Auf Wiederholungen wird mit Ungeduld reagiert

41. Fehler: Aussagen werden korrigiert

42. Fehler: Schlüsselwörter werden zu wenig eingesetzt

43. Fehler: Es werden Entscheidungsfragen gestellt

44. Fehler: Auf Erzählungen wird nicht eingegangen

45. Fehler: Menschen mit Demenz werden zum Nachdenken aufgefordert

46. Fehler: Es werden Schuldfragen diskutiert

47. Fehler: Falsche Aussagen werden umgehend richtiggestellt

48. Fehler: Es wird sich strikt an der Realität orientiert

49. Fehler: Ungereimtheiten werden konsequent aufgeklärt

50. Fehler: Es wird ausschließlich hochdeutsch gesprochen

Milieu

51. Fehler: Wer einnässt oder die Toilette nicht findet, bekommt Inkontinenzmaterial

52. Fehler: Die Ursachen der »Bettflucht« werden nicht hinterfragt

53. Fehler: Schlafen am Tisch wird nicht erlaubt

54. Fehler: Unterschiede werden nicht beachtet

55. Fehler: Gottesdienstbesuche werden sehr selten angeboten

56. Fehler: Es werden zu wenig religiöse Rituale angeboten

57. Fehler: Das Mobiliar entspricht dem Geschmack der Pflegenden

58. Fehler: Funktionalität hat Vorrang vor Gemütlichkeit

59. Fehler: Zimmer werden wie Museen eingerichtet

60. Fehler: Zeitschriften werden nicht passgenau ausgewählt

61. Fehler: Kalender und Uhren sind nicht immer aktuell

62. Fehler: Eine Aromapflege wird unreflektiert eingesetzt

63. Fehler: Es werden »kinderleichte« Beschäftigungen angeboten

64. Fehler: Es werden immer Schnabelbecher zum Trinken eingesetzt

65. Fehler: Bei allen Tätigkeiten werden Handschuhe getragen

66. Fehler: Dienstkleidung ist Pflicht für alle Pflegenden

67. Fehler: Zigaretten werden stets eingeteilt

68. Fehler: Produkte aus der Kochgruppe werden nicht in Umlauf gebracht

69. Fehler: Übrig gebliebene Lebensmittel werden immer weggeworfen

70. Fehler: Per Hand gespültes Geschirr muss immer in die Spülmaschine

Biografisches Arbeiten

71. Fehler: Annahme, Biografiearbeit ohne Hilfe der Angehörigen sei unmöglich

72. Fehler: Annahme, Menschen mit Demenz reimten sich ihre Biografie zusammen

73. Fehler: Es wird ausgefragt

74. Fehler: Vertrauliche Details werden in die Dokumentation eingetragen

Körperpflege und Ernährung

75. Fehler: Jeder Pflegebedürftige wird täglich gewaschen

76. Fehler: Nahrungsverweigerung wird nicht respektiert

77. Fehler: Jeder Pflegebedürftige muss pro Tag 1,5 bis 2 Liter trinken

78. Fehler: Annahme, der BMI müsse im Normbereich sein

79. Fehler: Annahme, bei fortgeschrittenem Stadium der Demenz sei eine PEG angebracht

80. Fehler: Annahme, bei Schluckstörungen und PEG sollte nicht oral ernährt werden

81. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte hätten kein Sättigungsgefühl

82. Fehler: Wenn es mit dem Essen nicht klappt, wird ein Latz umgelegt

83. Fehler: Die Tabletteneinnahme findet immer zu den Mahlzeiten statt

Herausforderndes Verhalten

84. Fehler: Wer sich mit seinen Ausscheidungen beschäftigt, muss einen Overall tragen

85. Fehler: Die Nacht ist (ausschließlich) zum Schlafen da

86. Fehler: Es wird nicht nach den Gründen des Weglaufens gefragt

87. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte benötigten wenig Körperkontakte, weil sie sich zurückziehen

88. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte riefen ohne Grund

89. Fehler: Annahme, alle Arztanordnungen seien durchzuführen

90. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte verstecken Sachen und beschuldigen andere

91. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte hätten kein Wärmeempfinden

92. Fehler: Annahme, eine genehmigte freiheitseinschränkende Maßnahme müsse immer durchgeführt werden

93. Fehler: Der Betreuer entscheidet alles

94. Fehler: Annahme, dass die Pflegekraft hafte, wenn sich der demenziell Erkrankte selbst schadet

95. Fehler: Annahme, man müsse demenziell Erkrankte 24 Stunden beaufsichtigen

96. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte brauchten immer Psychopharmaka

97. Fehler: Annahme, demenziell Erkrankte seien ständig unzufrieden und aggressiv

98. Fehler: Wer sich nicht äußert, hat auch keine Schmerzen

99. Fehler: Eine Facharztkonsultation unterbleibt

100. Fehler: Bei Gangunsicherheit wird die Protektorenhose angezogen

Sie verstehen nicht, warum einer der genannten Fehler überhaupt ein Fehler ist? Sie möchten wissen, wie man es besser macht? Lesen Sie das gerade neu erschienene Buch 100 Fehler im Umgang mit Menschen mit Demenz von Jutta König und Claudia Zemlin.

Foto: Priscilla du Preez/Unsplash

Interview

Warum machen so wenige Pflegekräfte Supervision?

Klar: Sie wird selten angeboten. Aber es gibt auch Vorbehalte: Viele möchten auf der Arbeit nicht allzu persönlich werden. Wir sprachen mit dem Psychologen Markus Schmitt über leicht zugängliche Alternativen

Foto: Ashkan Forouzan/Unsplash

Fachkräftemangel

Erstmals arbeiten Pflegekräfte mit Corona-Infektion

In Bremen und Bayern ist es jetzt zu den ersten Ausnahmefällen gekommen: Infizierte Pflegekräfte dürfen unter bestimmten Voraussetzungen infizierte Bewohner versorgen

Foto: Piotr Chrobot - Unsplash

Corona-Krise

Nach Wolfsburg und Würzburg: Was tun gegen die Angst?

Was die Pflege von der Feuerwehr lernen kann - Tipps für Pflegekräfte und PDLs von einem Psychiater, der mehrere Hamburger Pflegeheime berät

Foto: Just Dahl - stock.adobe.com

Demenz

Umgang mit Demenz - machen Sie's wie Lady Di!

Vor 22 Jahren verunglückte Lady Di tödlich. Für viele wurde sie damit engelsgleich. Das mag übertrieben sein. Fest steht aber: Wir können viel von ihr lernen, wenn es um den Umgang mit Demenzkranken geht

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.