7. Gesundheitspflege-Kongress
Wohin geht die Pflegebildung?Eine umfassende Investition in die Pflegebildung, das
fordert der Deutsche Pflegerat. So widmet sich auch der 7. Gesundheitspflege-Kongress am
30. und 31. Oktober 2009 in Hamburg in einem Themenblock der akademischen Ausbildung
in der Pflege. Drei neue duale Studiengänge – davon zwei in Hamburg – werden vorgestellt.
„Unsere Strategie sollte eine Angleichung der Pflegeausbildung an das europäische Niveau
verfolgen“, betont Christa Meyer, Vorstand für Krankenpflege und Patientenservice am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK-SH). Das UK-SH ist neben dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und den Asklepios-Kliniken sowie dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) Kooperationspartner des vom Pflegemagazin Heilberufe veranstalteten Kongresses.
„Die Versorgungssituation ist komplexer geworden, gleichzeitig nimmt die Ärztedichte ab, so dass die Anforderungen an die Pflegekräfte wachsen“, so Christa Meyer weiter. Sie weist darauf hin, dass mit Ausnahme Deutschlands und Luxemburgs alle EU-Mitgliedsstaaten inzwischen die Ausbildung an Hochschulen bzw. hochschulähnliche Institutionen verlagert haben. Damit kritisiert sie im Einklang
mit nahezu allen Pflegeexperten die Pläne der Bundesregierung, den Zugang zum Pflegeberuf auch Hauptschülerinnen und -schülern zu ermöglichen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass schon bei unterdurchschnittlichen Realschülern die Durchfall- und Abbrecherquote sehr hoch ist“, so Meyer.
Eine komplexere Versorgungssituation mit gleichzeitig kürzeren Liegezeiten verlangen nach ambulanten Unterstützungssystemen, mit denen sich die Krankenhäuser in Zukunft mehr vernetzen müssen. Palliative Care und Familiengesundheitspflege sind zwei Beispiele, die auf dem Kongress präsentiert werden.
„Die Familiengesundheitspflegerin kann durch Beratung, Begleitung und Unterstützung Familien in krisenhaften Situationen die Bewältigung des Alltags und den Zugang zum Gesundheits- und Sozialsystem erleichtern“, berichtet Andrea Weskamm, Leiterin des neuen Kompetenzzentrums Familiengesundheitspflege des DBfK. Mit diesem neuen Berufsbild, das eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung Familiengesundheit erfordert, begibt sich die Pflege deutlich
in Richtung Prävention und Gesundheitsförderung.
Dem Kongress vorangestellt ist ein Schülerkongress am 29. Oktober, den Pflegeschülerinnen
und -schüler gestalten und der sich an alle Auszubildenden richtet.
Informationen unter:
www.heilberufe-online.de/kongress/veranstaltungen/
hamburg2009/programm.php
Quelle:Urban & Vogel - Kongressorganisation