Neues Abrechnungssystem für Pflegeaufwand in Krankenhäusern
Hochaufwändige Pflege passt nicht in Fallpauschalen

(28.01.2010)
Caritas
Münster/Schwerte (cpm). Mit Beginn des Jahres testen die ersten Krankenhäuser ein neues Abrechnungssystem für hochaufwändige Pflege einzelner Patienten. Die Caritas in der Diözese Münster verspricht sich von den sogenannten "OPS 2010 Pflegekomplexmaßnahmen-Score - PPR A4" eine Stärkung der Pflege. Unabhängig von der Diagnose sollen die Kliniken bei Patienten, bei denen der Aufwand weit über den in den Fallpauschalen vorgesehenen Zeiten hinausreicht, zusätzliche Leistungen abrechnen können.

Der Pflegekomplexmaßnahmen-Score wird jetzt in den Krankenhäusern eingeführt, um ihn ab 2012 in das Abrechnungssystem zu übernehmen. Auf großes Interesse stieß eine gemeinsam mit der Caritas im Erzbistum Paderborn angebotene Fachtagung in Schwerte. 140 Teilnehmer informierten sich über die Pflegekomplexmaßnahmen und wurden in ihrer Anwendung geschult.

Abgerechnet werden kann der zusätzliche Aufwand in eng definierten Grenzen zum Beispiel für besonders schwergewichtige oder demenzkranke Patienten, die besonders zeitintensiv betreut werden müssen. Höchstens fünf Prozent der Patienten dürfen als "hochaufwändig" eingestuft werden. "Erste Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass dies ein durchaus realistischer Wert ist", sagt Maria Gerlemann, Mitarbeiterin im Diözesancaritasverband Münster.

Hintergrund der Einführung der zusätzlichen Abrechnungsmöglichkeit ist eine Initiative der Pflegeverbände. Sie hatten bei Einführung der Fallpauschalen darauf hingewiesen, dass die Erträge bei hochaufwändiger Pflege nicht ausreichen. In den letzten Jahren seien ohnehin schon über 50.000 Pflege-Stellen in den Kliniken abgebaut worden, so Gerlemann. Um die Überlastung der Pflegemitarbeiter zu verringern, hatte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt 2009 Mittel für bis zu 17.000 zusätzliche Stellen bewilligt. Diese Förderung ist befristet bis 2011. Die neuen Abrechnungsmöglichkeiten könnten diese dringend benötigten Stellen erhalten, erklärt Gerlemann.

Quelle: Caritasverband für die Diözese Münster e.V.
(www.caritas-muenster.de)





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