„Mythos Alzheimer“
Peter Whitehouse in Diskussion mit dem deutschen Publikum

(25.01.2010)
„Mythos Alzheimer“ lautet der Titel des Buches, in dem der amerikanische Neurologe Prof. Peter Whitehouse und sein Kollege Daniel George für eine radikal neue Sicht auf das Phänomen Alzheimer plädieren. Mehrere Monate nach Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe des „Mythos“ bestand nun erstmals Gelegenheit für das deutsche Publikum, mit Peter Whitehouse direkt ins Gespräch zu kommen. Und viele Menschen nutzen diese Chance.


Prof. Peter Whitehouse
© Foto: Markus Rohner
Auf Einladung der Demenz Support Stuttgart (www.demenz-support.de; DeSS) hält der bekannte Demenzexperte Vorträge in mehreren deutschen Städten. Bei der Auftaktveranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften konnte DeSS-Geschäftsführer Peter Wißmann am 19. Januar rund 170 interessierte Gäste begrüßen. In einem lebhaften Vortrag erläuterte Whitehouse die Kernaussagen des „Mythos Alzheimer“: Alzheimer kann weder auf eine einzelne Ursache reduziert, noch eindeutig von normalen Alterungsprozessen getrennt werden. Gleichwohl ist der Begriff Alzheimerkrankheit zu einem Furcht und Schrecken verbreitenden Label geworden, das viel Leid über die betroffenen Menschen bringt.

Der wachsenden Gruppe von Menschen, deren Gehirn altert, müsse man jedoch Hoffnung und gesellschaftliche Integration statt Verzweiflung und Stigmatisierung bieten. Wie dies konkret aussehen kann, erläuterte Whitehouse am Beispiel der von ihm und seiner Frau gegründeten Intergenerational School in Cleveland/USA. Hier lernen Junge und Alte, Menschen mit und ohne Alzheimer gemeinsam und voneinander.

Die Versprechungen von Medizin und Pharmaindustrie haben sich laut Whitehouse, selbst praktizierender Arzt und lange Jahre in der Pharmaforschung tätig, als falsch herausgestellt. „Was wir wirklich brauchen sind soziale Antworten und auf Integration zielende Aktivitäten in den Gemeinden“.

Whitehouse machte sich in seinem Vortrag dafür stark, den stigmatisierenden Begriff Alzheimerkrankheit aus unserem Sprachschatz zu tilgen. „Viele Betroffene lehnen es vehement ab, als Alzheimerkranke tituliert zu werden“, unterstützte Peter Wißmann diesen Gedanken. „Peter Whitehouse hat mit seinem Buch „Mythos Alzheimer“ ein neues Kapitel in der Betrachtung des Phänomens Alzheimer aufgeschlagen“, fuhr er fort. „Wir sind uns mit ihm in dem Ziel einig, Menschen mit Gehirnalterungsprozessen nicht abzustempeln, sondern sie vielmehr in die Mitte der Gesellschaft zu holen“.

Im Anschluss an den Auftakt in Berlin führt die Vortragsreise in eine Reihe weiterer Städte in Deutschland. Ob in Bremen, Arnsberg, Frankfurt am Main oder in weiteren Städten: Überall nutzen mehrere hundert interessierte Menschen die Gelegenheit zur Diskussion mit dem amerikanischen Experten.

Mehr Infos zu Peter J. Whitehouse unter:
www.demenz-support.de/stimmig/?cmd=whitehouse

Quelle: Demenz Support Stuttgart gGmbH (www.demenz-support.de)





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