Der Deutsche Pflegerat kritisiert Beitragserhöhung als sozial unausgewogen
Berlin. Enttäuschend und sozial unausgewogen findet der
Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) die Beschlüsse der Koalition zur Erhöhung der
GKV-Beiträge. „Statt an den grundlegenden strukturellen Defiziten der GKV
neue Weichenstellungen vorzunehmen, werden einseitig die Versicherten
belastet“, sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. Statt neuer
Impulse und Überprüfung alter Zöpfe, würde nach dem Rasenmäherprinzip
überall ein bisschen weniger ausgegeben, um ja nur niemandem im System weh
zu tun, so Westerfellhaus weiter.
Versäumt werde, die Chance in der Krise
zu nutzen und tatsächlich eine Gesundheitsreform auf den Weg zu bringen,
die diesen Namen verdiene. Es stehe zu befürchten, dass die Ausgaben weiter
drastisch steigen werden – bei begrenztem Mehrwert für die Patientinnen und
Patienten. Nachdem alleine die Versicherten dies zu tragen haben, hat sich
die Koalition mit diesem Kompromiss vom Solidaritätsprinzip verabschiedet.
Wer nur die ökonomischen Herausforderungen angeht ohne gleichzeitig die
Strukturen des Gesundheitswesens einer nachhaltigen Zukunftsorientierten
Reform zuführt, werde scheitern.
Anscheinend hat keine Regierungskonstellation in Deutschland die Kraft,
eine wirkliche Reform auf den Weg zu bringen, bei der überprüft wird, wo
Versicherungsbeiträge vergeudet und wo sie sinnvoller verwendet werden
könnten. Im Gesundheitswesen wird immer mehr verwaltet und immer weniger
versorgt. Medikamente sind teuer wie nirgends sonst auf der Welt,
Prävention ist ein Stiefkind und die Aufgabenverteilung zwischen den
Gesundheitsberufen beruht auf 100 Jahren alten Traditionen, statt
tatsächlich vorhandenen Kompetenzen.
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Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) – Kurzporträt
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der
Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit
zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15
Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Seit 2003 handelt der Deutsche
Pflegerat e.V. als eingetragener, gemeinnütziger Verein. Als
Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der
Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute
die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche
Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige,
qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des
Deutschen Pflegerates.
Präsident ist Andreas Westerfellhaus.
Mitgliedsverbände
- Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen
e.V. (ADS);
- AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V.
(AVG);
- Bundesausschuss der Lehrerinnen und Lehrer für Pflegeberufe e.V. (BA);
- Bundesverband Geriatrie e.V. (BV);
- Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V. (BALK);
- Bund Deutscher Hebammen e.V. (BDH);
- Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD);
- Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V.
(BFLK);
- Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK);
- Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.
(DGF);
- Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV);
- Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS);
- Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP);
- Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD)
- Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der
Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
Quelle: Deutscher Pflegerat e.V. (
www.deutscher-pflegerat.de)