Der DBfK Nordwest begrüßt die Initiative der SPD im Landtag von Niedersachsen
(HANNOVER) Die SPD-Landtagsfraktion fordert die Einrichtung einer Pflegekammer in Niedersachsen. Das haben die Sozialdemokraten im Landtag mit einem Entschließungsantrag zur Einrichtung einer Pflegekammer zum Ausdruck gebracht. Hintergrund ist die Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe und die Anerkennung der schwierigen Arbeitsbedingungen, unter den Pflegende ihre Arbeit verrichten müssen. Der Entscheidung der SPD in Niedersachsen ist eine umfangreiche Expertenanhörung vorausgegangen.
Der DBfK Nordwest war an der Anhörung beteiligt – so begrüßt der Berufsverband die Initiative der SPD. Marita Mauritz, Vorsitzende des DBfK Nordwest: „Die Angehörigen der Alten- und Krankenpflegeberufe stellen unter den Heilberufen den größten Anteil. Sie tragen in ihrer täglichen Arbeit eine gewichtige Verantwortung. Beruflich Pflegende haben einen Recht darauf, dass sie die beruflichen Eigenständigkeit erlangen können um als gleichberechtigte Akteure im Gesundheits- und Pflegewesen zu wirken.“
Die SPD begründet ihren Antrag damit, dass gute Pflege engagierte und motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen brauche und mehr Selbstbestimmung den Stellenwert der Pflege in der Versorgung der Bevölkerung erhöhe. Ein Instrument dazu ist die Einrichtung einer Pflegekammer, die berufliche Standards entwickeln, überwachen und sicherstellen kann. Damit ist nicht nur der Pflegeberuf seiner Bedeutung entsprechen aufgewertet – zugleich ist ein Institution geschaffen, die für Qualitätssteigerung und mehr Sicherheit in der Pflege sorgt. Das kommt vor allem den zu Pflegenden zu gute.
Der bereits in wenigen Jahren zu erwartende Mehrbedarf an Pflegenden in Niedersachsen erfordert eine Investition in die Pflegeberufe. Die Pflegeberufe haben diese Entwicklung früh erkannt und in den Ausbau der eigenen Strukturen investiert. Die Pflegewissenschaft hat erheblich dazu beigetragen und ihre Erkenntnisse zur besseren Ausstattung der Pflegeberufe zur Verfügung gestellt.
Das müssen auch die Gesundheits- und Sozialverbände in Niedersachsen zur Kenntnis nehmen. Wichtig ist es jetzt, das Ziel einer guten Patientenversorgung in Niedersachsen auch gegen Widerstreitende Interessen nicht aus dem Auge zu verlieren. Die Pflegeberufe stellen die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Gesundheits – und Sozialwesen dar – und werden selten in die die eigene Berufsgruppe betreffenden Entscheidungen eingebunden. Pflegekräfte stehen für die Durchführung einer sachgerechten Pflege in der Haftung, ohne die Rahmenbedingungen mit gestalten zu können. Diese Situation empfinden nicht nur Pflegende als unerträglich – der Antrag der SPD kommt nicht zu früh.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest unterstützt den Entschließungsantrag der SPD-Landtagsfraktion mit aller Kraft. Vor allem anerkennt der Berufsverband die differenzierte Meinungsbildung in der SPD-Fraktion, zu der die Pflegeorganisationen beitragen konnten.
Mit der SPD-Fraktion fordert bereits die Zweite Oppositionspartei die Pflegekammer in Niedersachsen, nachdem vor einigen Tagen bereits die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Gesetzesentwurf zur Einrichtung einer Pflegekammer in Niedersachsen auf den Weg gebracht hat.
Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. (
www.dbfk.de)