AOK: Immer mehr Baden-Württemberger pflegen ihre Angehörigen
Pflegende Angehörige sollten professionelle Hilfe annehmen

(25.02.2010)
AOK
Obwohl laut einer jüngsten Meldung des Statistischen Landesamtes immer mehr Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen arbeiten, kümmern sich so viele Baden-Württemberger wie noch nie selbst um ihre pflegebedürftigen Familienangehörigen. Das ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg. Wurden 2004 noch rund 210.000 Personen von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt, waren es 2008 bereits über 253.000 – ein Anstieg von rund 20 Prozent. Auch 2009 rechnet die AOK mit einem weiteren Zuwachs.

„Viele Menschen fühlen sich für ihre Angehörigen verantwortlich. Sie sind aber damit überfordert, in den zahlreichen Pflegeangeboten die richtige professionelle Hilfe für ihre pflegebedürftigen Familienangehörigen zu finden. Hinzu kommt die Sorge, die Hilfe nicht finanzieren zu können. Deshalb entscheiden sich viele dafür, die Pflege selbst zu übernehmen“, erklärt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, den Widerspruch zum Boom in der Pflegebranche.

Hoberg warnt jedoch davor, das Wohlbefinden des Angehörigen über das Eigene zu stellen. „Die Pflege eines Menschen kann für unerfahrene Personen sehr anstrengend und belastend sein und bei falscher Umsetzung sogar gesundheitliche Folgen für den Pflegebedürftigen haben. Damit ist niemandem geholfen.“ Viele unterschätzen laut Hoberg auch den enormen Zeitaufwand. Nur die wenigsten seien sich beispielsweise bewusst, wie oft ein pflegebedürftiger Mensch am Tag auf Toilette müsse. Die Folgen bei den Pflegenden seien dann häufig Erschöpfungszustände, die sich zu ernsten gesundheitlichen Schäden ausweiten könnten.

Die AOK Baden-Württemberg rät deshalb allen, deren Familienangehörige Pflege bedürfen, sich vorab ausführlich zu informieren. Hoberg: „Als einzige Krankenkasse in Baden-Württemberg hat die AOK einen Sozialen Dienst, der sich landesweit mit über 120 qualifizierten Mitarbeitern um die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen kümmert. Die Mitarbeiter kommen nach Hause, erstellen einen individuellen Versorgungsplan und begleiten die Familien mit professionellen Tipps.“

Für pflegende Familienangehörige bietet die Gesundheitskasse zudem spezielle Kuren, die auf die seelischen und körperlichen Belastungen durch die Pflege ausgerichtet sind. „Solche Kuren können vom behandelnden Arzt als Rehabilitationsmaßnahme verordnet werden. Hierzu muss nur die pflegende Person bei der AOK versichert sein. Wo der Pflegebedürftige versichert ist, ist unerheblich“, sagt Hoberg. 2008 hätten 92 Versicherte dieses Angebot genutzt, im letzten Jahr 121.

Quelle: Pressemitteilung der AOK Baden-Wuerttemberg
(www.aok.de/baden-wuerttemberg/)





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