Wiesbaden. Immer noch führen viele ältere lesbische Frauen und schwule Männer ein soziales Doppelleben und sind in unserer Gesellschaft unsichtbar. Sie nutzen die Institutionen der Altenhilfe nicht oder sie geben sich dort aus Angst vor Ausgrenzung aufgrund ihrer sexuellen Identität nicht zu erkennen. Sie leben oft vereinzelt und sind einsam. Gleichwohl wollen sie ihre dritte Lebensphase aktiv planen und Alternativen zu den traditionellen Lebensentwürfen älterer Menschen entwickeln. Eine wachsende Zahl tritt deshalb selbstbewusster als früher auf und fordert zu Recht, wahrgenommen zu werden.
Aus dieser Lebenssituation ergeben sich Konsequenzen. Er wird ein neues Bild des Alterns und ein neuer Umgang mit dem Alter notwendig. Dies ist eine große soziale und gesellschaftliche Herausforderung. Die Seniorenarbeit für ältere Lesben und Schwule muss stärker von Verbänden und Verwaltungen aufgegriffen werden, und die Altenhilfe muss sich besser auf die Lebenssituation älterer Lesben und Schwulen einstellen.
Die druckfrische Broschüre „Homosexualität und Alter – Informationen für Beschäftigte in der Altenpflege“ soll dazu beitragen, die Bedürfnisse von älteren homosexuellen Frauen und Männern zu erkennen und Sensibilität dafür zu entwickeln. Die Lebenssituation von älteren Lesben und Schwulen soll bekannter gemacht werden. Dabei geht es sicherlich auch darum, soziale Netzwerke zu planen und aufzubauen und Orte für ältere Lesben und Schwule zu konzipieren, damit sie ein selbstbestimmtes Leben im Alter führen können.
Die 20-seitige Broschüre wurde vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit erstellt in Zusammenarbeit mit:
- dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau e.V.,
- der Landesseniorenvertretung Hessen e.V.,
- der hessischen Heimaufsicht sowie dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) - Landesgruppe Hessen,
- der Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) e.V.,
- der Gruppe 40plus - Schwules Forum Frankfurt/Main,
- dem Kasseler Bund e.V. und
- der Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V. Frankfurt/Main.
Sie ist kostenlos erhältlich beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, Dostojewskistr. 4, 65187 Wiesbaden; telefonische Bestellungen unter 0611/817-3636, per Mail unter brigitte.rigault@hmafg.hessen.de.
Quelle: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit (
www.hmafg.hessen.de)