KIEL. Zum achten Mal wurde der Schleswig-Holsteinische Altenpflegepreis für beispielhafte Projekte aus den Bereichen Altenpflegeausbildung, Pflegepraxis, Begleitung und Betreuung alter Menschen vergeben. Sozialminister Dr. Heiner Garg ehrte am 7. Dezember im Landeshaus Kiel die drei Preisträger. Die Auszeichnung des Landes erfolgt in enger Kooperation mit dem Landespflegeausschuss.
„Der Altenpflegepreis hat Signalfunktion: Er zeigt, dass in Schleswig-Holstein mit viel Kreativität und Hingabe Projekte entstehen, die pflegebedürftigen Menschen täglich das Leben erleichtern“, so Garg. „Die Projekte tragen dazu bei, dass Menschen selbstbestimmter leben, besser gepflegt oder betreut werden oder Angehörige noch besser informiert und begleitet werden. Der Preis honoriert, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege ihren Beruf mit Freude und mit großem Engagement ausüben. Sie leisten einen wertvollen Dienst für die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen. Ihnen gilt mein herzlicher Dank“, so Garg anlässlich der Preisverleihung. Der Minister betonte darüber hinaus, dass in der Pflege in den vergangen zwei Jahren ein Entwicklungsschub hin zu mehr Pflegequalität und selbstbestimmten Alltagsleben stattgefunden habe. Dies sei bei zahlreichen Besuchen in Einrichtungen wahrnehmbar gewesen und gelte auch für die eingereichten Projekte.
Die Vergabe des Altenpflegepreises wird finanziell unterstützt durch das Forum Pflegegesellschaft, die Landesverbände der Pflegekassen den Verband der privaten Krankenversicherung. Der Preis, für den sich in diesem Jahr 25 Projekte beworben haben, ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.
- Der 1. Preis über 3.000,- Euro
geht an den Betreuungsverein Ostholstein e.V. in Eutin für sein Filmprojekt, mit dem Informationen zum Thema Betreuung sowie Anregungen zum Verfassen einer Vorsorgevollmacht vermittelt werden und ehrenamtlicher Betreuer gewonnen werden sollen. Der Titel der Arbeit lautet „Die Reise - Betreuung und Selbstbestimmung“.
Der Film beschreibt einfühlsam die Situation einer demenzerkrankten Person und seiner Tochter und wie dessen Interessen und Belange von einem Betreuer vertreten werden. Angehörige, die sich aufgrund dieser Erkrankung mit einer neuen Lebenssituation erstmals konfrontiert sehen, erhalten vielfältige Hintergrundinformationen und Aufklärungen. Betrachter des Films, die sich bisher noch nicht mit der Zukunftsabsicherung für ein möglichst eigenständiges Leben in Würde beschäftigt haben, werden über Möglichkeiten wie z.B. Vorsorgevollmacht, Betreuungs- bzw. Patientenverfügungen informiert.
Das Projekt hat für die Zielgruppe, für die Alltagspraxis sowie für die praktische Tätigkeit aller, die pflegebedürftige ältere Menschen begleiten (Betreuerinnen und Betreuer, Angehörige, Pflegekräfte u.a.), eine sehr hohe Bedeutung. Der Film ist für den Unterricht an Altenpflegeschulen hervorragend geeignet, um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aber auch für die Arbeit an allgemeinbildenden Schulen kann dieser Film verwendet werden, um die Gesellschaft frühzeitig über das Thema Demenz, Selbstbestimmung und Betreuung zu informieren und sie zu sensibilisieren.
- Der 2. Preis über 2.000,- Euro
geht an das Diakonische Werk Schleswig-Holstein in Rendsburg für die Entwicklung und Gestaltung einer Broschürenreihe „Expertenstandards einfach gemacht –Unterstützungsangebot in der Pflegeberatung“.
Die erstellten Flyer zu den Expertenstandards: Schmerzmanagement in der Pflege, Sturzmanagement, Dekubitusprophylaxe in der Pflege, Harnkontinenz in der Pflege, Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege und Pflege von Menschen mit chronischen Wunden stellen eine gelungene, praxisnahe Arbeitsgrundlage bei der Beratung von Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf sowie der Angehörigen dar. Darüber hinaus sind die Broschüren auch als Informationsquelle zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen anzusehen und überzeugen durch den klaren Aufbau der einzelnen Informationen. Bei den vorbeugenden Maßnahmen werden zielführend zuallererst Vorschläge gemacht, die das eigene Handeln der Betroffenen stärken. Danach folgen Vorschläge für eine professionelle Unterstützung.
- Der 3. Preis über 1.000,- Euro
geht an die AWO Schleswig-Holstein gGmbH, Unternehmensbereich Pflege, aus Kiel für sein Projekt zur Risikoerkennung der häufigsten Pflegeprobleme im Alltag auf der Grundlage der Expertenstandards. Der Titel der Arbeit lautet „Risikofibel – Risiken erkennen, Gefährdungen vermeiden“.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit der Risikofibel besonders praxisbezogen sensibilisiert und befähigt, typische Pflegerisiken zu erkennen, einzuschätzen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Die im Pflegealltag häufig als theorielastig eingestuften Expertenstandards bilden den fachlichen Hintergrund einer gelungenen praxisnahen Handreichung. Sie kann dienen als Arbeitsbasis, mit der auch nichtexaminierte Pflegekräfte sensibilisiert werden, kritische Pflegesituationen frühzeitig zu erkennen, damit Pflegefachkräfte in der Planung geeignete Schritte zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen können.
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-
Holstein (
www.sozialministerium.schleswig-holstein.de)