VIELSTIMMIG: Offensiv und im Sambatakt
Demenzbetroffene gehen in die Öffentlichkeit

(30.01.2012)
Stuttgart. Aus ganz Deutschland kamen am 26. und 27. Januar Menschen, die mit einer beginnenden Demenz leben, mit mehr als 200 beruflich und freiwillig Engagierten und Angehörigen zusammen. Im Gewerkschaftshaus Stuttgart veranschaulichten sie, was sie in der Gruppe oder auch alleine unternehmen und wie sie sich in die Gesellschaft einbringen. Bei der abschließenden Kundgebung auf dem Schlossplatz wurde der Sozialministerin Katrin Altpeter der „Stuttgarter Impuls" überreicht – ein von den Veranstaltungsteilnehmern getragenes Papier mit Forderungen an die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Akteure.

Menschen aus ganz Deutschland, die von einer beginnenden Demenz betroffen sind, treten für ihre Selbstbestimmung und ihr Recht auf Selbsthilfe ein. Unterstützt u. a. von der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e. V. und der Demenz Support Stuttgart gGmbH präsentierten sie sich auf der Veranstaltung „VIELSTIMMIG! Aktiv und selbstbestimmt mit Demenz“ mit unterschiedlichen Aktivitäten, mit denen sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen. Das im Gewerkschaftshaus Stuttgart aufgefächerte Spektrum reichte von Fahrradtouren und anderen sportlichen Aktivitäten über kulturelle Unternehmungen bis hin zu kreativem Tun wie Texte und Gedichte schreiben etc. In zwei lockeren Gesprächsrunden wurde das von Betroffenen, Gruppenmoderatorinnen und weiteren sachkundigen Personen erarbeitete Konzept der Unterstützten Selbsthilfe vorgestellt. Es knüpft an das verbriefte Recht eines jeden auf Selbsthilfe an und unterstreicht den Wunsch und die Fähigkeiten der Betroffenen im Hinblick auf Selbstbestimmung.

Zum Abschluss der Veranstaltung trugen alle Teilnehmenden ihre Botschaft in die Öffentlichkeit. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz übergaben sie der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter den „Stuttgarter Impuls“. In diesem werden Politik und Gesellschaft, Angehörige und beruflich Pflegende dazu aufgefordert, Menschen mit Demenz mit ihren Fähigkeiten zu respektieren und in ihrem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Für die Gesellschaft und jeden Einzelnen gelte es, sich von überkommenen Bildern und Vorstellungen zu lösen und Menschen mit Demenz nicht an den Rand zu drängen, sondern sie in das soziale Miteinander einzubeziehen. An die Politik gerichtet mahnt der „Stuttgarter Impuls“ an, dafür Sorge zu tragen, dass Demenzbetroffene und ihre Angehörigen – auch rechtlich und finanziell – die Unterstützung erhalten, die Sie benötigen, um ein würdiges und aktives Leben in der Gemeinschaft führen zu können.

Weiterführende Informationen unter:
www.demenz-support.de/vielstimmig
www.alzheimer-bw.de

Die Tagung wurde von der Robert Bosch Stiftung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der AOK Baden-Württemberg unterstützt.

Quelle: Demenz Support Stuttgart gGmbH (www.demenz-support.de)




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