Schwestern für Schweden
ZDF-Dokumentation über Pflegekräfte, die auswandern

(03.02.2009)
ZDF
Über 150 000 Deutsche sind im letzten Jahr ausgewandert. Für Pflegekräfte ist Schweden besonders attraktiv. Eine bessere Bezahlung, regelmäßige Arbeitszeiten und ein optimales Pfleger-Patienten-Verhältnis in den schwedischen Krankenhäusern sind der Anreiz. Für die Reihe "37°" haben Julia Kaulbars und Martin Uhrmeister drei Krankenschwestern begleitet, die den Schritt in das skandinavische Land gewagt haben. Das ZDF zeigte den Film "Schwestern für Schweden" am 3. Februar.
(Die komplette Reportage kann online in der ZDF-Mediathek abgerufen werden (www.zdf.de).
Wiederholung am Mittwoch, 4. Februar 2009 um 19.30 Uhr im ZDF-dokukanal (www.zdfdokukanal.de) mit anschließender Diskussionsrunde.
Wiederholung am 11.02.2009 morgens um 2:35 im ZDF; die Red.)


Lisa (24) hat eine Stelle am Karolinska-Krankenhaus in Stockholm angenommen. In Deutschland war die Freude an ihrem Traumberuf Krankenschwester rasch dem Gefühl gewichen, "Mädchen für alles" zu sein. Überstunden, ständige Wochenendeinsätze und die Erkenntnis, dass die Belastungen auf Kosten der Patienten gehen, haben sie zermürbt. "Oft muss ich überlegen, dusche ich den Patienten heute oder erst wieder in einer Woche", sagt die Pflegekraft. Manchmal ist sie so erschöpft, dass sie Angst hat, Medikamente zu verwechseln. Um an ihrem Beruf nicht zu zerbrechen, sieht Lisa nur den Ausweg, Deutschland zu verlassen.

Wie Lisa zogen auch Jessica (29) und Marion (51) die Notbremse. Jessica, die an ihrer alten Arbeitsstelle drei Patienten auf der Intensivstation gleichzeitig pflegen musste, wird in Schweden, gemeinsam mit einer Hilfsschwester, für nur einen Patienten verantwortlich sein. Marion wollte als Stationsleiterin auch die immer schlechteren Arbeitsbedingungen gegenüber ihren Kolleginnen nicht mehr mitverantworten. Wie sollte sie erklären, dass Krankenschwestern jetzt auch noch zusätzlich putzen sollen, wo ihnen nicht einmal genügend Zeit für die Mittagspause bleibt? Marion ist bereit für die neue Herausforderung in Schweden, auch wenn sie dort als Anästhesie-Schwester wieder unten anfangen muss.

Eine offizielle Statistik, wie viele Pflegekräfte Deutschland jährlich verlassen, gibt es nicht. Aber während sich hierzulande der Pflegenotstand verschärft, haben sich allein vom Stockholmer Karolinska-Krankenhaus in den letzten Jahren über 100 Krankenschwestern aus Deutschland anwerben lassen.

Ist Schweden das Paradies für Pflegepersonal? "37°" hat Lisa, Jessica und Marion bei ihren ersten Schritten in Schweden begleitet und drei Monate später wieder besucht.

Quelle: Pressemitteilung des ZDF (www.zdf.de)



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