Zum Kabinettsbeschluss der Regierung zur Pflegereform vom 28. März, erklärte
die stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit der
SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis:
"Bahrs Pflegereförmchen ist und bleibt substanzlos. Trotz umfassender
Kritik von Verbänden und Gewerkschaften ist Bahr nicht von seinen ursprünglichen
völlig unzulänglichen Plänen abgerückt.
In seinem Gesetzentwurf fehlt eine ganzheitliche Sicht auf pflegebedürftige
Menschen. Der dringend benötigte neue Pflegebedürftigkeitsbegriff
wird nicht umgesetzt. Es gibt keinen Ansatz für eine langfristige und
nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung oder Konzepte für den
Ausbau der Pflegeinfrastruktur- und Pflegeberatung.
Ansätze zur Begegnung
des Fachkräftemangels in der Pflege sowie Maßnahmen zur
Verbesserung der Reha und Prävention fehlen. Statt dessen begnügt
sich Bahr größtenteils mit kleinen oder symbolischen Maßnahmen und
führt eine unsinnige private Pflegezusatzversicherung ein, die sich nur
Gutverdienende leisten können und in der Menschen mit chronischen
Krankheiten gar nicht erst versichert werden. Die geplante Einführung
einer freiwilligen privaten Pflegezusatzversicherung unterstützt allenfalls
Wohlhabende.
Die SPD-Bundestagsfraktion hat gestern ein umfassendes Positionspapier
zur Pflege beschlossen. Das Papier enthält Ansätze für die Umsetzung
des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, für die Entlastung pflegender
Angehöriger, für gute Arbeit und Ausbildung von Pflegefachkräften,
den Ausbau der kommunalen Pflegeinfrastruktur sowie für die Verbesserung
von Reha und Prävention. Diese umfangreichen Maßnahmen
sollen die Situation Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen deutlich
verbessern. Das Papier der SPD-Fraktion zeigt: für eine Pflegereform
braucht man mehr, als nur ein paar punktuelle Maßnahmen, wie sie
Bahr jetzt umsetzt. Für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ist diese schwarz-gelbe Legislaturperiode eine verlorene Zeit.
Das Positionspapier ist zu finden unter:
www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,60715,00.html; die Red.
Quelle: SPD-Bundestagsfraktion (
www.spdfraktion.de)