Caritas kritisiert Verunsicherung der Bewohner und Eingriff in Intimsphäre
Münster (cpm). Durch den jetzt veröffentlichten Abschlussbericht zur Bewertung der bisherigen Ergebnisse der Pflegetransparenzvereinbarung sieht sich die Caritas in der Diözese Münster in ihrer Kritik an den "Pflegenoten" bestätigt. Die Prüfungen hätten die Beitragszahler zwar schon Millionen gekostet, seien aber ungeeignet für einen tatsächlichen Vergleich der Pflegequalität. "Mehr Misstrauen statt Transparenz" sieht Anne Marx im Diözesancaritasverband Münster als Resultat. Darüber hinaus würden die Bewohner der Altenheime durch die Prüfungen verunsichert und in ihre Intimsphäre eingegriffen.
Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann befürwortet im Grundsatz Transparenz über die tatsächliche Qualität der Pflege, aber "wir brauchen eine grundlegend andere Methode und nicht nur kleine Nachbesserungen des jetzigen Verfahrens, um ein realistisches Bild der Qualität zu erhalten, an dem sich Bewohner, Patienten und Angehörige orientieren können". Nach wie vor sei es am sinnvollsten, sich in persönlichen Besuchen und Gesprächen ein Bild zu machen bei der Suche nach dem geeigneten Altenheim oder Pflegedienst.
Bereits im April dieses Jahres hatte eine gutachterliche Stellungnahme erwiesen, dass die Note für eine Einrichtung weder die Lebensqualität noch die pflegerische Versorgung tatsächlich abbilden kann, so Marx. Bestätigt werde dies jetzt durch den wissenschaftlichen Abschlussbericht. Er führe "eindeutig" aus, dass "die grundlegenden Gütekriterien nicht erfüllt sind." Tatsächlich werde die Betreuungs- und Versorgungsqualität in mehreren Dimensionen nicht gemessen, was Ziel gewesen sei. Entsprechend könnten auch die Angehörigen durch die Pflegenoten nicht den geeigneten Heimplatz finden und "die schwarzen Schafe der Branche herausgefiltert werden", sagt die Caritas-Mitarbeiterin.
Quelle: Caritasverband für die Diözese Münster e.V.
(
www.caritas-muenster.de)