Nachqualifizierung als zweite Chance für An- und Ungelernte
Start des ersten NQ-Kurses Altenpflegehilfe in Rheinland-Pfalz

(14.02.2012)
Ludwigshafen. Erstmals haben Menschen, die bereits als Hilfskräfte in der Altenpflege arbeiten, die Möglichkeit, eine Nachqualifizierung in der Altenpflegehilfe zu absolvieren. Am 6. Februar startete bei der F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH am Berliner Platz in Ludwigshafen der erste Kurs. Die Teilnehmenden werden in sieben Monaten auf die staatliche Nichtschülerprüfung zur Altenpflegehelferin / zum Altenpflegehelfer vorbereitet.

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist in aller Munde. Um auch in Zukunft Menschen mit Pflegebedarf angemessen versorgen zu können, werden mehr qualifizierte Pflegekräfte benötigt. Dazu ist es dringend notwendig, alle zur Verfügung stehenden Potenziale zu nutzen. Eine Möglichkeit ist: Hilfskräfte ohne Ausbildung in der Pflege aus der eigenen Einrichtung nachzuqualifizieren.

Das Besondere an der Nachqualifizierung – wie sie im Rahmen des Projekts „Servicestellen Nachqualifizierung Altenpflege Niedersachsen und Rheinland-Pfalz“ angeboten wird – ist, dass die Kompetenzen, die die Hilfskräfte durch ihre un- und angelernte Berufstätigkeit in der Pflege erworbenen haben, anerkannt werden. Dadurch wird die Ausbildungszeit um die Hälfte verkürzt.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin ihr Gehalt beziehen und die Qualifizierung in der Arbeitszeit besuchen. Der Arbeitgeber kann sich unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil des Arbeitsausfalls von der Agentur für Arbeit finanzieren lassen. Die Qualifizierung ist praxisnah konzipiert und berufsbegleitend organisiert, wodurch sie vor allem auch für Personen in fortgeschrittenem Lebensalter interessant ist.

Weiterführende Informationen zum Projekt "Servicestellen Nachqualifizierung Altenpflege Niedersachsen und Rheinland-Pfalz" unter:
www.nachqualifizierung-altenpflege.de

„Perspektive Berufsabschluss" (www.perspektive-berufsabschluss.de) ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das durch strukturelle Veränderungen den Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne beruflichen Abschluss dauerhaft senken will. 97 Projekte sollen dafür Netzwerke in zwei unterschiedlichen Förderschwerpunkten nachhaltig etablieren.
  • „Regionales Übergangsmanagement“ stimmt an 55 Standorten die verschiedenen bereits vorhandenen Förderangebote und Unterstützungsleistungen aufeinander ab, um Jugendlichen den Anschluss von der Schule in eine Berufsausbildung zu erleichtern.
  • „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ schafft durch 42 Projekte geeignete Rahmenbedingungen, um an- und ungelernten jungen Erwachsenen mit und ohne Beschäftigung einen nachträglichen Berufsabschluss zu ermöglichen.
„Perspektive Berufsabschluss“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus Bundesmitteln und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den Jahren 2008 bis 2013 mit insgesamt rund 67 Mio. € finanziert.

Quelle: Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (www.inbas.com)





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