Kunst und Kultur beflügeln Menschen mit Demenz
Kunststücke Demenz. Internationale Tagung zu künstlerisch-kultureller Praxis mit Menschen mit Demenz

(31.01.2012)

Die Tagung ist bereits ausgebucht; informieren Sie sich bitte beim Veranstalter!

Ob mit Alzheimer-Poesie oder Demenz-Clownerie, in Theaterprojekten oder speziellen Museumsführungen: Künstlerisch-kulturelle Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Zu diesem Thema findet am 14. Februar eine internationale Fachtagung in der Bundeskunsthalle Bonn statt. Sie richtet sich an Künstler und Kulturpädagogen, Tätige in der Altenpflege sowie Experten zum Thema aus Wissenschaft und Praxis.

Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wird in Deutschland auf 1,2 Millionen geschätzt, Tendenz steigend. Sie haben Anspruch und das Bedürfnis nach gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe. Kultur ist kein Luxus, sondern integraler Bestandteil des menschlichen Lebens. Auch wenn kognitive Fähigkeiten verloren gehen, verfügen Menschen mit Demenz über eine hohe Emotionalität und über kreative Potenziale, die über künstlerisch-kulturelle Aktivitäten gezielt angeregt werden können. Damit dies nicht Theorie bleibt, müssen künstlerisch-kulturelle Methoden und Konzepte Eingang in den (Pflege-)Alltag von Menschen mit Demenz finden. Es gilt, Formate für diese Zielgruppe zu entwickeln, die ihnen die Teilnahme am Kulturleben ermöglichen.

Welche Erfahrungen hierzu bereits in der Praxis im In- und Ausland vorliegen, wurde in der Studie „Auf Flügeln der Kunst“ seit 2010 durch das Institut für Bildung und Kultur im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung untersucht. Die Autorinnen Kim de Groote und Flavia Nebauer stellen auf der Fachtagung die Ergebnisse vor. Darüber hinaus werden exemplarisch verschiedene Zugänge für die Kulturarbeit mit Menschen mit Demenz vorgestellt: Pam Schweitzer und Errollyn Bruce aus England berichten über die Erkenntnisse der britischen REMcare Studie zur kreativen Erinnerungsarbeit mit Menschen mit Demenz. Die Kulturpädagogin und Schauspielerin Heinke Hartmann stellt ihr Theaterprojekt „Die schöne Zeit geht wieder heim“ vor, bei dem sich Menschen mit und ohne Demenz auf der Bühne begegneten.

Gary Glazner präsentiert sein 2004 in den USA gegründetes Alzheimer´s Poetry Program, bei dem über Gedichte ein Zugang zu Menschen mit Demenz geschaffen wird. Im Anschluss diskutieren Experten aus Politik, Pflege und Kultur über die Chancen und Herausforderungen von Kulturarbeit mit Menschen mit Demenz in Deutschland.

In einer Ausstellung präsentieren sich zahlreiche Kulturprojekte für Menschen mit Demenz sowie die Kampagne KONFETTI IM KOPF mit Fotografien von Michael Hagedorn. Kunstvermittler der Bundeskunsthalle stellen ihre neue Themenführung für Menschen mit Demenz „Erinnerungsreise durch die Geschichte eines Museum“ vor, die für die aktuelle Ausstellung „Art and Design for All – The Victoria and Albert Museum“ angeboten wird.

Die Tagung ist bereits ausgebucht; informieren Sie sich bitte beim Veranstalter! Es besteht die Möglichkeit, sich auf einer Warteliste registrieren zu lassen; die Red.

Informationen zur Fachtagung:
www.ibk-kubia.de/demenz

Veranstaltungsort:
Forum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Veranstalter:
Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter im Institut für Bildung und Kultur e.V. (www.ibk-kubia.de)

in Kooperation mit der Bundeskunsthalle (www.bundeskunsthalle.de)
gefördert vom BMBF (www.bmbf.de)

Quelle: Institut für Bildung und Kultur www.ibk-kultur.de)





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