Jetzt nicht die Chance für mehr Attraktivität verspielen!
Der DEKV zur Reform der Pflegeausbildung

(16.03.2012)
DEKV
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat zur fachlichen Beratung auf Basis des lang erwarteten Eckpunktepapiers zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe der Bund Länder Arbeitsgruppe eingeladen. Das Eckpunkte Papier greift wesentliche Elemente auf, die die verschiedenen Verbände und Gremien im Vorfeld diskutiert und vorgeschlagen haben: Die Kernaussagen für eine generalistische Ausbildung und der Parallelität von schulischer und hochschulischer Ausbildung sind als zentrale Forderungen abgebildet.

„Wir dürfen uns aber nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass das Papier nicht die entscheidenden Weichen für mehr Attraktivität der beruflichen Pflegeausbildung stellt“ so die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, Andrea Trenner. Die Voraussetzungen für die Pflegeausbildung werden auf möglichst niedrigem Niveau belassen und der Anschluss an die EU verpasst. Die geplante Ausbildung ist nicht modular konzipiert und verweigert in der Folge die regelhafte Anerkennung von bereits erworbenen Kompetenzen.

Deshalb stellt nach Einschätzung des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. das Eckpunktepapier keine wirkliche Alternative zum Status Quo dar: Die konsequente Durchlässigkeit in der Pflegebildung fehlt, und der berufliche Abschluss in der Pflege wird nicht als Zugangsvoraussetzung zum Hochschulstudium anerkannt. Darüber hinaus wird eine bundeseinheitliche Regelung der Helferausbildung vermisst. Zudem vermeidet das Eckpunktepapier die Formulierung von Vorbehaltstätigkeiten in einer ordentlichen Berufsordnung. Stattdessen werden entscheidende Kompetenzen der künftigen akademischen Pflegeausbildung zugewiesen, was zu einem Gefälle innerhalb der Pflege führen muss. Dadurch wird die berufliche Bildung in der Pflege disqualifiziert.

Ziel muss es sein, allen Interessierten Zugang zum Pflegeberuf zu ermöglichen und einen attraktiven Karriereweg aufzuzeigen. Deshalb ist die Entwicklung eines modular gestalteten Systems der Pflegeausbildung mit Bezug zum Europäischen bzw. Deutschen Qualifikationsrahmen unbedingt erforderlich und notwendige Voraussetzung für eine zukunftsfähige Ausbildung, die der Herausforderung „Fachkräftemangel“ erfolgreich begegnen kann. „Das Konzept des Eckpunktepapiers bleibt damit auf halber Strecke stehen. Wir hoffen, dass die federführenden Ministerien in der heutigen Beratung den Experten folgen“, so die Vorsitzende.

(Positionierung des DEKV zum Eckpunktepapapier zur Weiterentwicklung der Pflegeausbildung, wie sie in die Diskussionsrunde des BMFSJ am 19. März eingebracht wird.)

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband e. V. (DEKV) vertritt als selbständiger Fachverband des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland mit den ihm angeschlossenen rund 220 Krankenhäusern, Fachkliniken, Rehabilitationseinrichtungen und weiteren Gesundheitseinrichtungen in evangelischer Trägerschaft jedes neunte deutsche Krankenhaus. Etwa 100.000 Beschäftigte versorgen im Jahr rund 2 Millionen Patienten. Die evangelischen Krankenhäuser erzielen einen Umsatz von über 6,2 Mrd. € im Jahr.

Quelle: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e.V. (www.dekv-ev.de)





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