„Frau Merkel macht nicht deutlich, dass sie zwischen 3-jährig ausgebildeten Pflegefachkräften und
Pflegekräften ohne bzw. einer anderen formalen Qualifikation zu unterscheiden weiß“, stellt Dirk
Wiederhold, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V. (ABVP)
fest. „Dieses Missverständnis besteht auch bei anderen pflegefernen Politikern. Das undifferenzierte
Verquirlen von professionellen Pflegefachkräften mit self-made Pflegern schädigt im Ergebnis das
Ansehen des Pflegeberufs und dem damit verbundenen Interesse bei Ausbildungswilligen.“
Es bestehe kein Mangel an Pflegehilfskräften, aber an Pflegefachkräften. Die Übernahme von
Tätigkeiten der Pflegehilfskräfte unter Mindestlohnniveau durch Osteuropäer sei ein vom
Fachkräftemangel zu unterscheidendes Problem. Auch der Anteil von langzeitarbeitslosen
Pflegefachkräften, die noch in der Pflege einsetzbar wären, sei bedeutungslos. Insoweit gingen die
politischen Vorstellungen, Hartz IV-Empfänger in der Pflege einzusetzen, ins Leere.
Die Unkenntnis zeige sich im Übrigen daran, dass die Arbeitsministerin von der Leyen gleichzeitig die
Finanzierung des 3. Jahres der Umschulung zu Pflegefachkräften ab 2011 gestrichen habe.
„Wenn die Kanzlerin es ernst meinte, müsste sie die Finanzierung des 3. Umschulungsjahres über
den 31.12.2010 fortführen lassen“, fordert Wiederhold. „Aus Furcht das 3. Umschulungsjahr nicht
finanzieren zu können, werden viele Umschulungen erst gar nicht begonnen. Statt von einem nicht
vorhandenen Potenzial von 2,2 Millionen Hartz IV Empfängern zu träumen, muss die Regierung erst
diese Hausaufgabe zu einem sinnvollen Ende bringen.“
Der ABVP fordert die Verantwortlichen der Politik auf, unverzüglich für eine Nachfolgeregelung für das
3. Umschulungsjahr im Jahr 2011 zu sorgen.
Quelle: Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V. (
www.abvp.de)