„Die Verbesserung der Kommunikation mit ausländischen Patienten ist ein wichtiges Anliegen in der bayerischen Krankenhausversorgung. Damit sich der Gesundheitsstandort Bayern im internationalen Wettbewerb behaupten kann, spielen nicht nur die in Bayern bestehenden hochleistungsfähigen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle. Ebenso wichtig ist, dass die Kommunikation mit nicht deutsch sprechenden Patienten im Krankenhaus auf allen Ebenen reibungslos funktioniert. Hier leisten die neu entwickelten ‚Fremdsprachigen Kommunikations-Materialien’ (KOM-MA) einen wichtigen Beitrag“. Mit diesen Worten würdigte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens am 3. September zu dessen Abschluss das Projekt KOM-MA.
Die Kommunikations-Materialien, die nun in Form einer CD-ROM vorliegen, wurden in den vergangenen drei Jahren am Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum der Universität Erlangen-Nürnberg in enger Zusammenarbeit mit dem Klinikum Nürnberg, Centrum für Kommunikation, Information, Bildung, erstellt. Das Sozialministerium förderte das Projekt mit insgesamt rund 75.000 Euro. Die Materialien sind in den zehn Sprachen Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Türkisch, Spanisch und Arabisch verfügbar und für den Einsatz in der Allgemeinen Pflege und Organisation, in der Geburtshilfe und Gynäkologie, im Bereich HNO, in der Psychiatrie, im Sozialdienst und in der Physikalischen Therapie konzipiert. Die KOM-MA informieren und beraten nicht deutsch sprechende Patienten in 113 Themen – von A wie „Atmung“ bis Z wie „Zur Nacht“ – in ihrer Muttersprache. Sie geben Hilfestellung in der verbalen und teilweise nonverbalen Kommunikation durch den Einsatz von Piktogrammen.
Stewens: „Der Einsatz der Materialien trägt zu einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung bei. Denn sprachliche Schwierigkeiten bilden oft ein großes Problem für das ärztliche und pflegerische Personal, aber auch für die Patienten“. Kommunikationsprobleme führten oft dazu, dass wichtige Informationen aus der Krankengeschichte nicht erhoben würden. Durch Missverständnisse könne es zu Fehleinschätzungen von Erkrankungen und zu einer verlängerten Verweildauer kommen. „Verständigungsschwierigkeiten können aber auch zu Unsicherheit und Unbehagen führen, was den Aufbau einer Vertrauensbasis zum Patienten erschwert“, erläuterte die Ministerin.
Die CD-ROM mit den Kommunikations-Materialien kann bezogen werden beim Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum der Universität Erlangen-Nürnberg, Postfach 3931, 90420 Nürnberg, Tel.: 0911/5302-604, E-mail:
sfz@wiso.uni-erlangen.de.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (
www.stmas.bayern.de)