Frau Merkel, übernehmen Sie!
Pflegeverbände wollen den Berliner Pflegegipfel

(25.08.2010)

(NORDWEST/HANNOVER) Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. begrüßt die Initiative zur Einrichtung eines Pflegegipfels und untermauert damit die Forderung des Bundesverbandes privater Anbieter und sozialer Dienste (bpa), die Kanzlerin möge sich persönlich um die Pflege kümmern.

Die Forderung nach einer Greencard für Pflegende aus den Reihen der Arbeitgeberverbänden verkleistert aber die Verantwortung der Arbeitgeber an der Misere, in der sich die Pflege in Deutschland befindet. Der Abbau von Ausbildungsplätzen und die schlechten Arbeitsbedingungen gehen auch auf das Konto der Arbeitgeber.

Nun nach Pflegenden aus dem Ausland zu rufen, manifestiert die schlechten Arbeitsbedingungen in Deutschland und provoziert zudem einen Pflegenotstand in den Herkunftsländern der Pflegenden, die nun hierzulande die Pflege leisten sollen.

Der demografische Wandel und seine Herausforderungen sind kein exklusives Problem in Deutschland. Nach Berechnungen des ifo Institutes schrumpft die erwerbsfähige Bevölkerung z.B. in Polen in den kommenden 40 Jahren um 29%, während in Deutschland mit einem Rückgang um 20% zu rechnen ist. In den meisten anderen Osteuropäischen Ländern sieht die Situation sogar noch dramatischer aus.

Es kann nicht dem europäischen Gedanken entsprechen, wenn die pflegerische Versorgung in Deutschland nur gerettet werden kann, wenn anderenorts dafür Familien auseinander gerissen werden und Versorgungsnöte entstehen. Die Arbeitgeber sollen sich vielmehr dem Wettbewerb um Auszubildende im eigenen Land stellen und die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen den Anforderungen der Gesellschaft anpassen.

Die Politik möge zudem dafür sorgen, dass in einem Mangelberuf wie der Altenpflege die dringend benötigten Interessenten nicht durch Schulgeld abgeschreckt werden.

http://www.dbfk.de






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