Wissenschaftliche Untersuchung zeigt Stärken und Schwächen des „Pflege-TÜVs“
Am 21. Juli wurde eine bereits erwartete Evaluation des Pflege-Transparenzverfahrens veröffentlicht. „Wir befürworten das detaillierte und fundierte Herausarbeiten der Stärken und Schwächen des Instruments“, erklärt dazu Wilfried Voigt, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege e. V. (DEVAP). „Nun heißt es für die Verhandlungspartner der Pflegetransparenzvereinbarung, auf denen die Pflegenoten basieren, sich mit der Kritik an dem Instrument auseinander zu setzen.
Wir fordern, dass in einem offenen Dialog mit allen Beteiligten an Lösungen gearbeitet wird, damit der gesetzliche Auftrag, Transparenz in der Altenpflege zu schaffen, endlich zufrieden stellend umgesetzt werden kann. Bürger sollen sich über die Qualität und das Angebot eines Heims oder eines Pflegedienstes informieren können, aber in aussagekräftiger Form.“
„Wir warnen vor Schnellschüssen bei der Überarbeitung, so wie sie zum Beispiel der GKV mit dem Einführen von Risikokriterien in ein sowieso komplexes Verfahren vorschlägt. „Bei zu schnellen, nicht allseitig vereinbarten Nachbesserungen oder Kompromissen besteht die Gefahr, dass das nächste Konzept auch nicht geeignet ist und wir uns in eine Schleife der ewigen Nachbesserungen begeben. Dann lieber einmal richtig!“ so Voigt weiter.
„Vom Gesetzgeber ist gefordert, dass die Ergebnis und Lebensqualität dargestellt wird. Das ist augenscheinlich mit dem jetzigen Instrument nicht zu erfüllen.“ Hierbei könnte das im November erwartete Ergebnis der wissenschaftlichen Expertise zur ‚Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität’ hilfreich sein.
Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) e.V. ist der größte evangelische Fachverband auf Bundesebene und setzt sich seit über 70 Jahren für die Belange der Altenhilfe in Deutschland ein. Der Bundesfachverband vertritt über 2.000 stationäre Einrichtungen der Altenhilfe mit ca. 145.000 Plätzen, über 1.600 ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste, mehr als 100 Altenpflegeschulen mit ca. 5.600 Ausbildungsplätzen sowie zahlreiche Altentagesstätten, Initiativen und Selbsthilfegruppen.
Quelle: Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege e. V. (
www.DEVAP.de)