Baden-Württemberg: Aufbruch Pflege vor Ort
Informationstage zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Altenpflege

(28.04.2008)
Die Menschen in Deutschland werden immer älter, die Altenpflege entwickelt sich mehr und mehr zu einer bedeutenden Zukunftsbranche. Mit den Anforderungen steigen aber seit Jahren auch die Belastungen der Pflegekräfte. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) haben deshalb eine landesweite Kampagne mit dem Titel „Aufbruch Pflege vor Ort“ initiiert, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

In einer bislang einzigartigen Kooperation mit Verbänden, Krankenkassen und staatlicher Aufsicht planen sie bis 2011 in allen Regionen Baden-Württembergs Informationstage zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der stationären Altenpflege. Mit dieser Veranstaltungsreihe, die im April 2008 in Karlsruhe begann, wollen die beiden gesetzlichen Unfallversicherungsträger die Gesundheit der Pflegekräfte fördern und zur Sicherung der Pflegequalität beitragen.

In Vorträgen und Diskussionen erhalten die Teilnehmer der Informationstage Tipps, wie sich die Gesundheit und Motivation der Pflegekräfte in stationären Altenpflegeeinrichtungen stärken lässt. Parallel werden auf einem „Informationsmarktplatz“ Produkte zur Vorbeugung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorgestellt. Schwerpunktmäßig geht es in den Veranstaltungen der Kampagne „Aufbruch Pflege vor Ort“ um die Probleme, die den Beschäftigten in der Branche besonders zu schaffen machen:

Dazu gehören Rückenbeschwerden, Hauterkrankungen, Infektionen und psychische Belastungen. So werden Pflegekräfte beispielsweise um 62 Prozent häufiger als andere Berufstätige wegen einer seelischen Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben. Insgesamt liegen die Fehlzeiten in der Altenpflege fast 20 Prozent über dem Durchschnitt aller Branchen. Die Belastungen der Pflegerinnen und Pfleger schlagen sich zudem nicht nur auf ihre Gesundheit, sondern auch auf ihre Arbeitszufriedenheit und Motivation nieder. Knapp ein Fünftel der Pflegekräfte in Deutschland denkt häufig daran, den Beruf zu verlassen.

In Baden-Württemberg sind fast 226.000 Beschäftigte in der Altenpflege tätig. Zukünftig wird der Bedarf an Arbeitskräften in der Branche weiter wachsen. Dazu trägt neben der wachsenden Anzahl pflegebedürftiger älterer Menschen auch der Anstieg von mehrfach chronischen Erkrankungen mit hohem Pflegeaufwand bei. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Altenpflege betrifft aber nicht nur die Betriebe der Branche, sondern die Gesellschaft insgesamt. Denn nur gesunde und motivierte Pflegekräfte können eine gute Pflege leisten.

Bei der BGW sind die privaten und frei gemeinnützigen Pflegeeinrichtungen gesetzlich unfallversichert, bei der UKBW die staatlichen Einrichtungen. Beide Versicherungsträger bieten ihren Mitgliedsbetrieben vielfältige Unterstützung beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und sorgen im Schadensfall für bestmögliche Rehabilitation.

Mehr zur BGW-Initiative "Aufbruch Pflege" sowie den Veranstaltungen der Kampagne auf den Seiten der BGW (ext. Links):
"Aufbruch Pflege"
Veranstaltungen

Mehr zur Kooperation zwischen BGW und Unfallkasse Baden-Württemberg finden Sie auf den Seiten der UKBW (ext. Link):
www.uk-bw.de/index.php?id=466

Quelle: BGW - Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (www.bgw-online.de)





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